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USA-Iran-Waffenstillstand löst globale Erholungsrallye an Märkten aus

Ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran beflügelt Aktien, Anleihen und drückt Ölpreise unter 100 Dollar.

USA-Iran-Waffenstillstand löst globale Erholungsrallye an Märkten aus

Die globalen Finanzmärkte haben am Mittwoch kräftig aufgeatmet. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend: Ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran soll die eskalierende Lage im Nahen Osten vorerst entschärfen. Die Nachricht kam kurz vor Ablauf von Trumps Frist an Teheran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen – einer der wichtigsten Schifffahrtswege für globale Öllieferungen.

Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar und deutlich. Ölpreise fielen nach der Ankündigung unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel – sowohl Brent- als auch WTI-Futures verzeichneten spürbare Rückgänge. Gleichzeitig schossen Aktien und Anleihekurse weltweit nach oben, während der US-Dollar einen Teil seiner jüngsten Stärke als sicherer Hafen einbüßte.

Globale Aktienmärkte verzeichnen größte Tagesgewinne seit April des Vorjahres

Die Kursgewinne an den Aktienmärkten waren beeindruckend. S&P 500-Futures legten um 2,5 Prozent zu. In Asien gewann Japans Nikkei über 5 Prozent, während Südkoreas KOSPI sogar mehr als 6 Prozent zulegte – beides gehört zu den stärksten Tagesgewinnen seit April des vergangenen Jahres. Der breite europäische STOXX 600 stieg im frühen Handel um rund 3,5 Prozent.

Besonders gefragt waren Sektoren, die von günstigerer Energie und sinkenden Renditen profitieren: Reiseunternehmen, Banken, Technologiewerte und Industrietitel führten die Rallye an. Ein herausragender Einzelwert war der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix, dessen Aktie um 15 Prozent zulegte. Begünstigt wurde dies durch hohe Erwartungen an die eigenen Quartalsergebnisse, nachdem Konkurrent Samsung am Dienstag eine enorme Gewinnprognose abgegeben hatte. Energiewerte hingegen gehörten zu den größten Verlierern des Tages, liegen im Jahresvergleich jedoch weiterhin deutlich im Plus.

Der als sicherer Hafen geltende US-Dollar gab nach der Waffenstillstandsnachricht nach. Der Dollar-Index fiel von seinen jüngsten Elfmonatshochs, da die US-Währung gegenüber allen Währungen der Industrieländer schwächer wurde – einschließlich des unter Druck stehenden japanischen Yen. Dieser zog sich von der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen pro US-Dollar zurück, nachdem er diese Schwelle am Dienstag beinahe überschritten hatte.

Anleihemärkte preisen wieder Zinssenkungen ein

Auch an den Anleihemärkten gab es deutliche Bewegungen. Die Renditen von US-Staatsanleihen sanken, da Händler die Aussicht auf Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve wieder stärker einpreisten. Gleichzeitig reduzierten Händler ihre Wetten auf Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank, was die Renditen von Eurozone-Staatsanleihen ebenfalls drückte. Die stärksten Bewegungen verzeichnete Großbritannien, wo die Renditen um über 20 Basispunkte fielen.

Trotz der Euphorie mahnen Analysten zur Vorsicht. Der Waffenstillstand ist an die Bedingung geknüpft, dass Teheran die Straße von Hormus wieder öffnet – wozu sich der Iran bereit erklärt hat, sofern die Angriffe eingestellt werden. Entscheidend werden die für Freitag geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sein. Eine Reihe schwieriger Themen dürfte dabei strittig bleiben.

Die Märkte selbst signalisieren, dass noch keine vollständige Entwarnung gegeben werden kann. Ein Brent-Ölpreis über 90 US-Dollar wäre noch vor wenigen Monaten als belastend für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte eingestuft worden. Zudem ist das Ausmaß der von den Zentralbanken erwarteten Lockerungen noch weit von dem Niveau entfernt, das unmittelbar vor Ausbruch des Konflikts eingepreist war.

Ein vorübergehender Stopp der Kämpfe und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus würden es den Exporteuren im Nahen Osten ermöglichen, beträchtliche Mengen Öl zu verschiffen, die seit Beginn der Feindseligkeiten im Golf festsaßen. Dies würde den globalen Energiemärkten eine sofortige Entlastung verschaffen. Dennoch markiert die Waffenstillstandsnachricht einen deutlichen Stimmungsumschwung gegenüber der zunehmend kriegerischen Rhetorik und den Drohungen von Präsident Trump zu Beginn der Woche – und genau das spiegelt sich in der heutigen Erholungsrallye wider.

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