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USA-Iran-Einigung treibt Asiens Börsen auf Rekordniveau

Ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran beflügelt die asiatischen Aktienmärkte mit kräftigen Kursgewinnen.

USA-Iran-Einigung treibt Asiens Börsen auf Rekordniveau

Die Nachricht über eine Einigung zwischen den USA und dem Iran hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag in Euphorie versetzt. Der japanische Leitindex Nikkei schoss um 3,4 Prozent auf 68.261 Punkte nach oben und überwand im Handelsverlauf sogar zeitweise die Marke von 69.000 Punkten. Der breiter aufgestellte Topix legte 2,4 Prozent auf 3.976 Punkte zu.

Auch in anderen Teilen Asiens zogen die Kurse deutlich an. Der südkoreanische Leitindex verzeichnete ein Plus von 4,3 Prozent, während der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans um 1,5 Prozent stieg. Anleger reagierten erleichtert auf die Perspektive, dass eine Öffnung der Straße von Hormus die globalen Energiepreise und damit den Inflationsdruck spürbar senken könnte.

Japan profitiert besonders stark

Japan gehört zu den größten Profiteuren der Einigung, da das Land in hohem Maße auf Ölimporte aus dem Nahen Osten angewiesen ist. Die Aussicht auf sinkende Energieimportkosten löste entsprechend starke Kursreaktionen aus. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi begrüßte das Abkommen und äußerte die Hoffnung, dass „die freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus in der Praxis gewährleistet wird".

Auf Unternehmensebene zählten Murata Manufacturing mit einem Kurssprung von 17,2 Prozent und Ibiden mit einem Plus von 16,8 Prozent zu den größten Gewinnern im Nikkei. Auf der Verliererseite standen CyberAgent mit einem Minus von 3,3 Prozent sowie Kikkoman, die 3,2 Prozent einbüßten.

Trotz der Rekordstände mahnen Analysten zur Besonnenheit. „Dies ist schlichtweg die Reaktion des Marktes auf das Abkommen – nicht mehr und nicht weniger", erklärte Shingo Ide, Chef-Aktienstratege beim NLI Research Institute. Die entscheidende Frage sei nun, ob die Vereinbarung tatsächlich in die Praxis umgesetzt werde. Die sinkenden Ölpreise drückten zudem die Renditen japanischer Staatsanleihen – und das ausgerechnet im Vorfeld der zweitägigen Sitzung der Bank of Japan (BOJ), von der Marktteilnehmer eine Zinsanhebung auf ein 31-Jahres-Hoch von einem Prozent erwarten.

Ölpreise brechen deutlich ein

Die Straße von Hormus gilt als eines der bedeutendsten Nadelöhre der globalen Energieversorgung – rund ein Fünftel des weltweiten Öls wird durch diese Meerenge transportiert. Die Aussicht auf eine Wiedereröffnung dieser Route ließ die Rohstoffpreise deutlich fallen. Händler bauten die geopolitische Risikoprämie aggressiv ab. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 4,7 Prozent auf 83,25 Dollar je Barrel, das US-amerikanische WTI-Öl gab sogar 5,6 Prozent auf 80,20 Dollar nach.

Devisenmärkte und Wall Street im Überblick

Am Devisenmarkt sorgte die gestiegene Risikobereitschaft für Bewegung. Der Dollar legte im asiatischen Handel geringfügig auf 160,13 Yen zu und notierte leicht fester bei 6,7575 Yuan. Gegenüber dem Schweizer Franken gab er 0,4 Prozent auf 0,7940 Franken nach. Der Euro stieg um 0,3 Prozent auf 1,1598 Dollar, gab jedoch 0,1 Prozent auf 0,9209 Franken ab.

Bereits vor dem Wochenende hatten die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten und damit verbundene Zinssenkungsfantasien die US-Börsen beflügelt. Der Dow Jones schloss am Freitag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 51.202 Punkten. Der S&P 500 gewann 0,5 Prozent auf 7.431 Zähler, und der technologielastige Nasdaq legte 0,3 Prozent auf 25.888 Punkte zu.

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