USA fordern Irak zur Wiederaufnahme kurdischer Ölexporte auf
Washington droht mit Sanktionen und will iranischen Ölhandel unterbinden

Die Regierung der Vereinigten Staaten übt verstärkten Druck auf den Irak aus, um die Wiederaufnahme der kurdischen Ölexporte zu ermöglichen. Acht mit der Angelegenheit vertraute Quellen erklärten, dass die USA Irak auffordern, den Export von Öl aus der autonomen Region Kurdistan über eine Pipeline nach Türkei wieder aufzunehmen. Andernfalls drohe Irak dieselben Sanktionen wie Iran. Ein Berater des irakischen Premierministers bestritt jedoch, dass es seitens der US-Regierung eine solche Drohung gegeben habe.
Die Wiederaufnahme der Exporte könnte dazu beitragen, mögliche Rückgänge der iranischen Ölexporte zu kompensieren. Die US-Regierung verfolgt eine Politik der wirtschaftlichen Isolation Irans und versucht, dessen Einnahmen aus dem Ölgeschäft drastisch zu reduzieren. Der irakische Ölminister kündigte überraschend an, dass die Exporte aus Kurdistan in der kommenden Woche wieder beginnen würden. Damit würde eine fast zweijährige Unterbrechung enden, während derer täglich über 300.000 Barrel Öl nicht über die Türkei exportiert wurden.
Quellen in Bagdad, Washington und Erbil bestätigten, dass der zunehmende Druck der neuen US-Regierung eine entscheidende Rolle bei dieser Ankündigung spielte. Irak befindet sich in einer heiklen Position, da es sowohl enge Verbindungen zu den USA als auch zu Iran unterhält. Washington fordert, dass Premierminister Mohammed Shia al-Sudani die wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu Iran kappt. Kürzlich blockierte die irakische Zentralbank auf Ersuchen des US-Finanzministeriums fünf private Banken vom Zugang zu US-Dollar.
Obwohl die Wiederaufnahme des Exports angekündigt wurde, bestehen weiterhin technische und finanzielle Herausforderungen. Vier der acht Quellen wiesen darauf hin, dass keine Details dazu bekannt seien, wie diese Probleme gelöst werden sollen. Iran besitzt erheblichen Einfluss auf Irak durch schiitische Milizen und politische Parteien. Gleichzeitig ist Teheran durch Angriffe auf seine Verbündeten in der Region geschwächt. Ein außenpolitischer Berater des irakischen Premierministers erklärte, dass Entscheidungen über die Nutzung nationaler Ressourcen souverän getroffen würden und im wirtschaftlichen Interesse des Landes lägen.
Die Schließung der Pipeline im Jahr 2023 führte dazu, dass Öl aus Kurdistan verstärkt per Lkw nach Iran geschmuggelt wurde. Schätzungen zufolge beläuft sich dieser Schmuggel auf etwa 200.000 Barrel pro Tag. US-Beamte drängen Irak, den Ölhandel mit Iran zu unterbinden und stattdessen den legalen Export über die Türkei wieder aufzunehmen. Ein irakischer Ölbeamter erklärte, dass Washington erwarte, dass das kurdische Öl in den Weltmarkt fließe, anstatt zu niedrigen Preisen an Iran verkauft zu werden.
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Zur AktienanalyseEin Wiederbeginn der Exporte könnte auch Auswirkungen auf die OPEC+ haben. Irak hat sich verpflichtet, seine Ölförderung gemäß den Vereinbarungen mit der Organisation zu reduzieren. Analysten wiesen darauf hin, dass zusätzliche Lieferungen aus Kurdistan dazu führen könnten, dass Irak seine OPEC+-Quote überschreitet. Dennoch sehen einige Experten keine wesentlichen Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt, da Irak lediglich die Transportwege anpassen und keine zusätzliche Förderung betreiben würde.


