USA erteilen TSMC neue Importlizenz
Jahresgenehmigung sichert Chipproduktion des Konzerns in Nanjing

Die US-Regierung hat dem taiwanesischen Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) eine jährliche Lizenz erteilt, mit der das Unternehmen US-amerikanische Chipfertigungsanlagen in seine Produktionsstätten im chinesischen Nanjing importieren darf. Dies teilte der Konzern in einer Stellungnahme mit. Die Genehmigung gilt für das Jahr 2026 und ersetzt frühere Sonderregelungen, von denen TSMC und andere asiatische Halbleiterhersteller profitiert hatten.
Nach Angaben des Unternehmens soll die Lizenz einen unterbrechungsfreien Betrieb der Fabriken sowie die kontinuierliche Auslieferung von Produkten sicherstellen. Hintergrund ist, dass die bisherigen Ausnahmen von den umfassenden US-Exportbeschränkungen für chipbezogene Technologien nach China zum Jahresende ausgelaufen sind. Diese Sonderrechte, bekannt als „Validated End-User“-Status, ermöglichten es ausgewählten Unternehmen, bestimmte US-kontrollierte Güter ohne Einzelgenehmigungen zu beziehen.
Mit dem Auslaufen dieser Regelung zum 31. Dezember mussten betroffene Firmen neue Exportlizenzen für das Jahr 2026 beantragen. Neben TSMC erhielten auch die südkoreanischen Konzerne Samsung Electronics und SK Hynix vergleichbare Genehmigungen von den US-Behörden. Die Lizenzen werden vom US-Handelsministerium erteilt und erlauben die Lieferung exportkontrollierter Ausrüstung an die jeweiligen Standorte, ohne dass für jeden einzelnen Zulieferer separate Anträge erforderlich sind.
Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit den Bemühungen der Vereinigten Staaten, den technologischen Vorsprung gegenüber China zu wahren. In den vergangenen Jahren hatte Washington die Ausfuhr moderner Halbleitertechnologien und entsprechender Produktionsmittel nach China schrittweise eingeschränkt. Gleichzeitig wurde jedoch anerkannt, dass bestehende Werke internationaler Hersteller auf US-Technologie angewiesen sind, um ihren laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten.
Das Werk von TSMC in Nanjing produziert vor allem Chips mit Strukturbreiten von 16 Nanometern sowie weitere sogenannte Mature-Node-Halbleiter. Diese zählen nicht zu den modernsten Produkten des Unternehmens. Neben Nanjing betreibt TSMC auch eine Fertigungsstätte in Shanghai. In seinem Geschäftsbericht für das Jahr 2024 gab der Konzern an, dass der Standort Nanjing rund 2,4 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen hat.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie erteilte Jahreslizenz schafft für TSMC Planungssicherheit für das laufende Jahr und ermöglicht es dem Unternehmen, seine bestehenden Produktionskapazitäten in China ohne Unterbrechungen weiterzuführen, während die geopolitischen und handelspolitischen Spannungen im Halbleitersektor anhalten.

