USA beziehen Antimon trotz chinesischer Ausfuhrbeschränkung
Rohstoffe gelangen über Umwege aus Thailand und Mexiko in amerikanische Lieferketten

Die Vereinigten Staaten haben in den vergangenen Monaten deutlich mehr Antimonoxide aus Thailand und Mexiko importiert als in den Jahren zuvor. Zwischen Dezember 2024 und April 2025 beliefen sich diese Einfuhren auf 3.834 Tonnen – mehr als in den fast drei Jahren zuvor zusammen. Die ungewöhnlich hohen Mengen stehen im Zusammenhang mit einem Exportverbot, das China im Dezember 2023 gegen die USA verhängte. Dieses betrifft kritische Mineralien wie Antimon, Gallium und Germanium, die in der Chipproduktion, Telekommunikation und Verteidigungstechnologie zum Einsatz kommen.
Trotz des chinesischen Verbots scheint es US-Unternehmen gelungen zu sein, weiterhin Zugang zu diesen Rohstoffen zu erhalten. Branchendaten und Aussagen von Experten deuten darauf hin, dass chinesisches Material über Drittländer wie Thailand und Mexiko umgeleitet wird. Drei Industrievertreter, darunter zwei US-Manager, bestätigten gegenüber Reuters, dass sie in den vergangenen Monaten weiterhin chinesische Mineralien beziehen konnten.
Ein zentraler Akteur in diesem Handelsmuster ist die thailändische Firma Thai Unipet Industries, eine Tochter des chinesischen Produzenten Youngsun Chemicals. Laut Frachtpapieren hat Unipet von Dezember bis Mai rund 3.366 Tonnen Antimonprodukte in die USA verschifft – etwa das 27-Fache der Menge im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Unterlagen geben jedoch keinen Hinweis darauf, woher das Rohmaterial stammt oder ob es sich um Transitsendungen handelt.
China ist der weltweit führende Produzent von Antimon sowie Gallium und Germanium. Seit der Verschärfung der US-Maßnahmen gegen die chinesische Chipindustrie versucht Peking, die Ausfuhr dieser Mineralien zu kontrollieren. Die aktuellen Handelsdaten zeigen jedoch, dass die Umsetzung dieser Einschränkungen offenbar nur begrenzt gelingt. Chinesische Unternehmen sollen laut einem Digitalfracht-Dienstleister kreative Wege gefunden haben, um die Bestimmungen zu umgehen – etwa durch Umdeklarierungen und neue Versandrouten über Drittstaaten.
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Zur AktienanalyseZwar verbietet US-Recht nicht den Import chinesischen Antimons, sofern dieser aus anderen Ländern erfolgt und die chinesischen Firmen über gültige Ausfuhrlizenzen verfügen. Doch die Vorgehensweise bleibt sensibel. Laut dem Geschäftsführer eines US-Metallunternehmens werden Lieferungen aus China teilweise als harmlose Waren wie Kunstmaterial oder Eisen deklariert, um Kontrollen zu umgehen. Die Kosten für solche Umwege seien jedoch hoch, und größere Lieferungen würden mit größerer Vorsicht behandelt, um Aufmerksamkeit zu vermeiden.

