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US-Zwischenwahlen: Goldman Sachs sieht begrenzte Marktauswirkungen

Goldman Sachs analysiert, wie die US-Midterms den Aktienmarkt beeinflussen – und warum das Ergebnis selbst kaum entscheidend sein dürfte.

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US-Zwischenwahlen: Goldman Sachs sieht begrenzte Marktauswirkungen

Die US-Zwischenwahlen rücken in den Fokus der Anleger – doch Goldman Sachs dämpft die Erwartungen an große Marktbewegungen durch das Wahlergebnis selbst. Die Investmentbank erwartet zwar im Vorfeld der Abstimmung im November eine zunehmende politische Unsicherheit und erhöhte Marktvolatilität. Das Wahlergebnis werde jedoch voraussichtlich kein wesentlicher Treiber für die Aktienperformance sein.

Historische Daten stützen diese Einschätzung: US-Aktien tendierten in den Monaten vor den Zwischenwahlen traditionell seitwärts. Der S&P 500 verzeichnete seit 1974 zwischen Anfang August und dem Wahltag eine mediane Rendite von 0%. Das bedeutet: Anleger, die auf eine klare Richtung vor der Wahl gesetzt haben, wurden historisch gesehen enttäuscht.

Nach der Wahl folgt typischerweise Erholung

Das Bild ändert sich nach dem Wahltag deutlich. Sobald die Unsicherheit nachlässt, festigen sich die Renditen in der Regel spürbar. Der S&P 500 erzielte in den drei Monaten nach den Zwischenwahlen einen medianen Zuwachs von 6%. Dieses Muster lässt sich damit erklären, dass Investmentfonds und ausländische Anleger ihr Engagement in US-Aktien im Vorfeld der Wahl typischerweise reduzieren – und ihre Positionen danach wieder aufbauen.

Goldman Sachs weist zudem darauf hin, dass das aktuelle Umfeld ungewöhnlich niedriger Aktienkorrelationen den Besitz von Aktienindex-Volatilität zunehmend attraktiv mache. Der Grund: Anleger verlagern ihren Fokus von Unternehmensgewinnen auf makroökonomische Themen wie Wahlen, Geopolitik und Zinsbewegungen.

Steigende Anleiherenditen als zusätzliches Risiko

Neben der Wahlthematik warnt Goldman Sachs vor einem weiteren Risikofaktor: steigende Renditen von US-Staatsanleihen. Historisch gesehen hatten Aktien Schwierigkeiten, wenn die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen innerhalb eines Monats um mehr als zwei Standardabweichungen stiegen. Unter den aktuellen Marktbedingungen entspricht das einem Anstieg von rund 50 Basispunkten – ein Schwellenwert, den Anleger im Blick behalten sollten.

Trotz der erhöhten Aufmerksamkeit für die Wahlen glaubt Goldman Sachs nicht, dass das Ergebnis größere legislative Überraschungen auslösen wird. Prognosemärkte implizieren eine Wahrscheinlichkeit von etwa 85%, dass die Demokraten die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen. Das Rennen um den Senat bleibt hingegen offen, was den Spielraum für unerwartete politische Kurswechsel insgesamt einschränkt.

Stattdessen dürften Anleger die Wahlergebnisse vor allem als Signal für die Präsidentschaftswahl 2028 und die künftige politische Ausrichtung der USA interpretieren. Zwei Themen stehen dabei besonders im Mittelpunkt: Inflation bleibt laut Umfragen das dominierende Thema für die Wähler in diesem Wahlzyklus. Daneben beobachten Investoren genau die potenziellen Auswirkungen auf die Regulierung künstlicher Intelligenz, die parteiübergreifende Unterstützung genießt.

Sektorrotation bleibt begrenzt

Goldman Sachs fand kaum Anzeichen dafür, dass Verschiebungen bei den Wahlwahrscheinlichkeiten die meisten Sektoren oder Anlagethemen in den vergangenen Monaten wesentlich beeinflusst haben. Lediglich zyklische Konsumgüteraktien zeigten eine stärkere – wenn auch immer noch bescheidene – Korrelation mit den sich ändernden Wahlchancen. Der breitere Markt wurde weitgehend von anderen Faktoren getrieben.

Für deutsche Anleger mit US-Exposure bedeutet dies: Kurzfristige Volatilität im Vorfeld der Midterms ist historisch gesehen normal und kein Grund zur Panik. Die Datenlage legt nahe, dass sich Geduld nach dem Wahltag in der Vergangenheit ausgezahlt hat – auch wenn vergangene Muster keine Garantie für die Zukunft darstellen.

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