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US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal nur 1,5 Prozent

Das US-BIP enttäuschte im zweiten Quartal, während die Kerninflation mit 3,3 Prozent weiterhin deutlich über dem Fed-Ziel liegt.

US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal nur 1,5 Prozent

Das US-amerikanische Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal 2026 stärker als erwartet abgekühlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im Zeitraum von April bis Juni lediglich um 1,5 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Dow Jones befragte Ökonomen hatten mit einer Wachstumsrate von 1,8 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch 2,1 Prozent betragen.

Gleichzeitig veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics Inflationsdaten, die weitgehend den Erwartungen entsprachen, aber weiterhin deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve von 2 Prozent liegen. Der Kern-PCE-Index – der bevorzugte Inflationsindikator der Fed – stieg im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Im Monatsvergleich legte er um 0,1 Prozent zu, nach einer Prognose von 0,2 Prozent.

BIP: Besser als die Schlagzeile vermuten lässt

Trotz der enttäuschenden Gesamtzahl zeigten sich die fundamentalen Wirtschaftstreiber robuster als die Headline-Zahl suggeriert. Die Verfehlung ist vor allem auf einen Rückgang der Bundesausgaben um 0,3 Prozent sowie auf sinkende Lagerbestände zurückzuführen, die das BIP um 0,7 Prozent belasteten. Andere Bereiche der Wirtschaft präsentierten sich dagegen in guter Verfassung.

Die persönlichen Ausgaben der Verbraucher stiegen um 2,1 Prozent – ein deutlicher Sprung gegenüber dem mageren Zuwachs von 0,4 Prozent im ersten Quartal. Ein wichtiger Indikator für die zugrunde liegende Binnennachfrage, die sogenannten Endverkäufe an private inländische Käufer, verzeichnete sogar ein robustes Plus von 3,9 Prozent. Die Bruttoinlandsinvestitionen des Privatsektors legten um 0,5 Prozent zu, die Exporte stiegen ebenfalls um 0,5 Prozent, während die Importe um 1,5 Prozent zurückgingen.

Allerdings greifen die US-Verbraucher zunehmend auf ihre Ersparnisse zurück, um ihren Konsum zu finanzieren. Die persönliche Sparquote sank auf 2,7 Prozent – den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Das persönliche Einkommen stieg im Monatsvergleich lediglich um 0,2 Prozent und blieb damit hinter der Schätzung von 0,3 Prozent zurück.

Inflation: Etwa wie erwartet, aber immer noch zu hoch

Der Gesamt-PCE-Index sank im Monatsvergleich um saisonbereinigte 0,1 Prozent, was die jährliche Inflationsrate auf 3,7 Prozent brachte. Auf Quartalsbasis stieg der PCE-Index in der Gesamtrate um 5,1 Prozent und in der Kernrate um 3,4 Prozent. Die Inflationszahlen hatten sich im Vorfeld des Jahres 2026 abgeschwächt, beschleunigten sich jedoch, nachdem die USA und Israel Ende Februar den Iran angriffen, was einen Anstieg der Energiepreise auslöste.

Im Juni entspannte sich die Lage am Energiemarkt vorübergehend: Die Preise für Energiegüter und -dienstleistungen brachen um 5,9 Prozent ein, die Benzinpreise sanken sogar um 9,2 Prozent – begünstigt durch eine vorübergehende Entspannung der Kämpfe im Nahen Osten. Auch die Wohnungsinflation schwächte sich ab und stieg nur um 0,2 Prozent. Die Warenpreise gingen insgesamt um 0,6 Prozent zurück, während die Dienstleistungspreise lediglich um 0,1 Prozent zunahmen.

Die Berichte erschienen einen Tag nachdem die Fed mit 9 zu 3 Stimmen beschlossen hatte, ihren Leitzins in der Spanne zwischen 3,5 und 3,75 Prozent zu belassen – ein Niveau, das die gesamte bisherige Jahresverlauf unverändert geblieben ist. Die drei Gegenstimmen kamen von regionalen Notenbankpräsidenten, die ihre Besorgnis über die anhaltend hohen Preise und mangelnde Fortschritte beim Preisstabilitätsmandat der Zentralbank zum Ausdruck brachten. Die Inflation ist für die Fed-Entscheidungsträger wieder stärker in den Fokus gerückt, nachdem sich die Arbeitsmarktindikatoren in diesem Jahr stabilisiert haben.

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf die Daten: Aktienfutures legten zu, während die Renditen von US-Staatsanleihen deutlich anzogen. Für deutsche Anleger sind diese Zahlen von besonderer Bedeutung, da die US-Geldpolitik maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalströme, Wechselkurse und damit auch auf europäische Märkte ausübt.

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