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US-Verteidigungsbudget: Wolfe Research sieht kaum Chancen für Aufstockung

Analysten bezweifeln zusätzliche Militärausgaben trotz Trumps 1,5-Billionen-Dollar-Forderung für 2027

US-Verteidigungsbudget: Wolfe Research sieht kaum Chancen für Aufstockung

Trotz jüngster Kursgewinne bei Rüstungsaktien wird der US-Kongress voraussichtlich keine zusätzlichen Militärausgaben in diesem Jahr bewilligen. Zu diesem Schluss kommen Analysten von Wolfe Research in einer aktuellen Einschätzung. Die Skepsis der Experten steht im Kontrast zur Euphorie am Markt, die nach Präsident Donald Trumps Ankündigung eines massiv erhöhten Verteidigungsbudgets einsetzte.

Anfang Januar hatte Trump ein US-Militärbudget für 2027 in Höhe von 1,5 Billionen Dollar gefordert – eine deutliche Steigerung gegenüber den bereits genehmigten 901 Milliarden Dollar für das laufende Jahr. Ein börsengehandelter Fonds (ETF), der den US-Luftfahrt- und Verteidigungssektor abbildet, legte nach dieser Ankündigung kräftig zu. Ein Teil dieser Gewinne blieb laut Daten von FactSet und Wolfe Research bestehen.

Trump begründete das ambitionierte Ausgabenziel mit "langen und schwierigen Verhandlungen" sowie der angespannten weltpolitischen Lage. Jede Erhöhung der Militärausgaben bedarf jedoch der formalen Zustimmung durch den Kongress – eine Hürde, die auch bei republikanischer Mehrheit in beiden Kammern nicht automatisch genommen ist.

Kein Haushaltsanpassungsgesetz erwartet

Die Wolfe-Analysten Tobin Marcus und Chutong Zhu äußerten sich in ihrer Mitteilung skeptisch zur weiteren Entwicklung. Sie glauben nicht, dass der Kongress das ohnehin schon "starke" Umfeld für die Verteidigungsfinanzierung im Jahr 2027 noch weiter ausbauen wird. "Wir sind weiterhin fest davon überzeugt, dass es 2026 kein Haushaltsanpassungsgesetz geben wird", erklärten die Experten.

Ein solches Reconciliation Bill würde zusätzliche Konjunkturmaßnahmen, eine Gesundheitsreform, fiskalische Unterstützung für den Wohnungsbau und eben auch zusätzliche Verteidigungsgelder weitgehend ausschließen. Die Analysten bezweifeln, dass über die diskretionären Mittelzuweisungen für das Geschäftsjahr 2026 hinaus neue Verteidigungsgelder fließen werden.

Rüstungssektor muss auf andere Faktoren setzen

Stattdessen wird der Verteidigungssektor nach Einschätzung von Wolfe Research von anderen Faktoren profitieren müssen. Dazu zählen der Rückenwind aus der OBBB-Finanzierung – Trumps im vergangenen Jahr verabschiedetes zentrales Haushaltsgesetz "One Big Beautiful Bill" – sowie die anhaltende globale Konfliktlage. Diese Faktoren dürften die Branche auch ohne zusätzliche Haushaltsmittel stützen.

Für deutsche Anleger mit Investments in US-Rüstungswerte bedeutet die Analyse, dass kurzfristige Kursgewinne möglicherweise nicht durch fundamentale Budgeterhöhungen untermauert werden. Die bereits genehmigten 901 Milliarden Dollar stellen zwar weiterhin ein historisch hohes Niveau dar, doch die Hoffnung auf eine weitere deutliche Aufstockung scheint verfrüht.

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