US-Strategische Erdölreserve fällt auf niedrigsten Stand seit 1983
Die amerikanischen Notvorräte sinken auf 340,3 Millionen Barrel – inmitten eines Iran-Krieges und steigender Kraftstoffpreise.

Die Rohölbestände in der Strategischen Erdölreserve der USA (SPR) sind auf 340,3 Millionen Barrel gesunken – den niedrigsten Stand seit 1983. Dies geht aus Daten des US-Energieministeriums hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Der Rückgang fällt in eine geopolitisch angespannte Phase, in der die USA und der Iran gerade eine Einigung zur Beendigung des Krieges und zur Öffnung der Straße von Hormus erzielt haben.
Die Bestände im Notvorrat der US-Regierung fielen zuletzt um 8,9 Millionen Barrel – der drittstärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Entnahmen sind Teil einer US-Vereinbarung über die Ausleihung von insgesamt 172 Millionen Barrel aus der Reserve. Ziel ist es, die Kraftstoffpreise zu dämpfen, die in den vergangenen Monaten auf Mehrjahreshöchststände gestiegen waren.
Gesamte US-Lagerbestände auf Tiefstand seit 2023
Die gesamten US-Rohölvorräte, also kommerzielle Bestände und SPR zusammen, fielen um 79 Millionen auf nur noch 77,6 Millionen Barrel. Das ist der niedrigste Stand seit 2023 – und steht in direktem Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, der Ende Februar ausgebrochen war. Seitdem sind die US-Rohölbestände aufgrund hoher Raffinerie- und Exportnachfrage stark gesunken, da amerikanisches Öl Versorgungslücken auf dem Weltmarkt schließen soll.
Besonders besorgniserregend ist die Lage in Cushing, Oklahoma. Der dortige Öllagerknotenpunkt gilt als Referenzpunkt für die Preisbildung der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) und ist auf 21,6 Millionen Barrel zurückgegangen. Dieser Wert liegt nahe an den betriebsnotwendigen Mindestmengen und schürt Sorgen über eine drohende Angebotsverknappung.
SPR fällt unter Biden-Tiefstand – politische Debatte neu entfacht
Die aktuellen Bestände liegen nun auch unter dem Tiefstand der Amtszeit von Ex-Präsident Joe Biden, der bei 346,8 Millionen Barrel lag. Damals hatte die Biden-Regierung 180 Millionen Barrel freigegeben – die größte Entnahme aus der Strategischen Erdölreserve in der Geschichte, ausgelöst durch den russischen Einmarsch in die Ukraine. Republikanische Abgeordnete hatten diese Maßnahme scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, als „politisches Instrument" missbraucht worden zu sein und die empfindlichen Salzkavernen des Systems zu beschädigen. Die Biden-Regierung wies diese Vorwürfe zurück.
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Zur AktienanalyseIm Rahmen der aktuellen SPR-Darlehen sind Unternehmen, die Öl aus der Reserve leihen, verpflichtet, die ursprünglichen Mengen zuzüglich einer Prämie in Form von zusätzlichem Öl zurückzugeben. Das Energieministerium erklärte, dieses Rückgabesystem werde zur Stabilisierung der Märkte beitragen, ohne die US-Steuerzahler finanziell zu belasten.
Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark geopolitische Konflikte die globalen Energiemärkte beeinflussen können. Für deutsche Anleger und Verbraucher ist die Lage relevant: Engpässe in der US-Versorgung wirken sich über den Weltmarktpreis direkt auf die Energiekosten in Europa aus. Die Situation bleibt angesichts der fragilen Waffenruhe im Nahen Osten und der historisch niedrigen Reservestände weiterhin angespannt.


