US-Steuerrückerstattungen steigen 2026 um 350 Dollar gegenüber Vorjahr
Die durchschnittliche Steuerrückerstattung in den USA liegt diese Saison deutlich höher – Trumps Steuergesetz zeigt Wirkung.

Die US-Steuerbehörde IRS meldet für die laufende Steuersaison einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Rückerstattungen. Zum Stand vom 27. März 2026 erhielten Einzelsteuerzahler im Schnitt 3.521 US-Dollar zurück – das sind rund 350 Dollar mehr als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres, als der Durchschnittswert bei 3.170 Dollar lag. Die Daten basieren auf rund 88,4 Millionen eingegangenen Steuererklärungen von Privatpersonen.
Bis zur Abgabefrist am 15. April erwartet die IRS insgesamt rund 164 Millionen Einreichungen. Damit sind zum Stichtag etwas mehr als die Hälfte aller erwarteten Erklärungen bereits eingegangen. Die verbleibenden Wochen dürften noch einmal eine erhebliche Zahl an Einreichungen bringen.
Trumps Steuergesetz als Treiber höherer Rückerstattungen
Der Anstieg der Rückerstattungen hängt direkt mit Präsident Donald Trumps Steuergesetzgebung zusammen, die im Juli in Kraft trat und als „Big Beautiful Bill" bekannt ist. Das Gesetz sah Steuersenkungen für das Jahr 2025 vor, jedoch passte die IRS die Lohnsteuerabzugstabellen nicht rechtzeitig an. Die Folge: Viele Arbeitnehmer zahlten über den Rest des Jahres 2025 hinweg zu hohe Steuern durch ihre monatlichen Gehaltsabzüge.
Die meisten US-Arbeitnehmer sind sogenannte W-2-Angestellte. Bei diesem Modell führen Arbeitgeber die Steuern ihrer Mitarbeiter automatisch durch Einbehaltungen vom Gehalt ab. Wer am Jahresende zu viel gezahlt hat, bekommt die Differenz als Rückerstattung vom Staat zurück – wer zu wenig gezahlt hat, muss nachzahlen.
Fast 50 Prozent der in diesem Jahr eingereichten Steuererklärungen enthielten mindestens einen der neuen Abzüge, die Trump als zentrale Wahlkampfversprechen angekündigt hatte. Dazu zählen Abzüge für Trinkgelder, Überstundenvergütungen, Senioren sowie Zinsen auf Autokredite. Das erklärte US-Finanzminister Scott Bessent Ende März in einem Interview beim Sender „Fox & Friends".
Überstundenabzug besonders populär
Bessent bezeichnete den Abzug für Überstundenvergütungen als „Home Run". Zum Stand vom 20. März hatten ihn rund 25 Prozent aller Einreicher geltend gemacht – das entspricht fast 20 Millionen Steuererklärungen. Damit zählt dieser Abzug zu den meistgenutzten neuen Steuervorteilen der Saison.
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Zur AktienanalyseDie Höhe der Steuerrückerstattungen ist auch politisch bedeutsam. Die Republikanische Partei (GOP) verweist auf die gestiegenen Durchschnittswerte als Beleg für den Erfolg von Trumps Steuerpolitik – zu einem Zeitpunkt, an dem viele Amerikaner mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten kämpfen. Die Zwischenwahlen im November rücken näher, und die Rückerstattungszahlen werden von der GOP als politisches Argument genutzt.
Allerdings zeigen die IRS-Daten auch, dass die tatsächlichen Rückerstattungen hinter früheren Prognosen zurückbleiben. Das Weiße Haus hatte in einer Mitteilung vom 26. Januar unter Berufung auf Daten der Investmentbank Piper Sandler erklärt, der durchschnittliche Steuerzahler könnte zusätzliche 1.000 Dollar oder mehr erhalten. Die bisherigen IRS-Zahlen bestätigen diesen Wert nicht.


