US-Stellenabbau im Januar auf höchstem Niveau seit Finanzkrise 2009
Über 108.000 angekündigte Entlassungen markieren besorgniserregende Trendwende am amerikanischen Arbeitsmarkt.

US-Unternehmen haben im Januar 2026 die meisten Stellenstreichungen seit der globalen Finanzkrise angekündigt. Laut der Outplacement-Firma Challenger, Gray & Christmas planen amerikanische Arbeitgeber 108.435 Entlassungen – ein dramatischer Anstieg von 118 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 205 Prozent gegenüber Dezember 2025. Gleichzeitig erreichten die Neueinstellungen mit nur 5.306 Stellen den niedrigsten Januar-Wert seit Beginn der Datenerfassung 2009.
Die Zahlen zeichnen ein besorgniserregendes Bild des US-Arbeitsmarktes, der sich von einem "no-hire, no-fire"-Zustand in Richtung verstärkter Entlassungen bewegt. Besonders betroffen ist die Transportbranche, die vor allem durch die Ankündigung von UPS dominiert wird, mehr als 30.000 Mitarbeiter abzubauen. An zweiter Stelle folgt der Technologiesektor, wo Amazon den Abbau von 16.000 überwiegend auf Unternehmensebene angesiedelten Positionen plant.
Weitere prominente Unternehmen wie Dow Inc. haben ebenfalls bedeutende Stellenstreichungen angekündigt. Die Neueinstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13 Prozent und lagen 49 Prozent unter dem Dezember-Wert. Mehr als 100 Unternehmen haben beim US-Arbeitsministerium gemäß den WARN-Vorschriften erhebliche Entlassungen gemeldet.
Offizielle Arbeitsmarktdaten noch stabil
Trotz der alarmierenden Ankündigungen zeigen die offiziellen Regierungsdaten bislang keine dramatische Verschlechterung. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe beliefen sich in der Woche zum 31. Januar auf 231.000 – der höchste Stand seit Anfang Dezember, wobei dieser Anstieg wahrscheinlich mit einem heftigen Wintersturm zusammenhing. Der längerfristige Trend bewegt sich weiterhin auf dem niedrigsten Niveau seit Oktober 2024.
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Zur AktienanalyseExperten weisen darauf hin, dass die Challenger-Daten volatil sein können und nicht zwingend mit den offiziellen Statistiken korrelieren. Dennoch markiert das Januar-Niveau einen bemerkenswerten Wendepunkt. Zum Vergleich: Der letzte ähnlich hohe Wert wurde im Januar 2009 verzeichnet, als sich die US-Wirtschaft in den letzten Monaten ihres stärksten Abschwungs seit der Großen Depression befand. Die damalige Rezession endete offiziell im März 2009.
Für deutsche Anleger mit Engagements in US-Aktien, insbesondere im Technologie- und Transportsektor, könnten diese Entwicklungen relevant sein. Die angekündigten Stellenstreichungen bei Schwergewichten wie Amazon und UPS könnten kurzfristig die Gewinnmargen verbessern, langfristig jedoch Fragen zur Wachstumsdynamik aufwerfen.

