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US-Staatsverschuldung erreicht bald 40 Billionen Dollar – Anleihen gemieden

Die US-Staatsverschuldung überschreitet erstmals die 40-Billionen-Dollar-Marke – und der nächste Meilenstein folgt bereits 2029.

US-Staatsverschuldung erreicht bald 40 Billionen Dollar – Anleihen gemieden

Die US-Staatsverschuldung steht kurz davor, in den kommenden Tagen erstmals die historische Marke von 40 Billionen Dollar zu durchbrechen. Dieser Meilenstein markiert einen weiteren Schritt in der rasant wachsenden Schuldenlast der weltgrößten Volkswirtschaft und sorgt an den Finanzmärkten für wachsende Besorgnis.

Besonders alarmierend ist die Prognose von Michael Hartnett, dem Chefstrategen für Aktien bei der Bank of America. Er erwartet, dass die nächste Schwelle von 50 Billionen Dollar bereits im Juli 2029 erreicht wird – also in weniger als vier Jahren. Das bedeutet, dass die USA in diesem Zeitraum weitere 10 Billionen Dollar an neuen Schulden anhäufen würden.

Anleger meiden Anleihen – „Anything But Bonds"

Diese Entwicklung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Stimmung an den Anleihemärkten. Hartnett fasst die vorherrschende Marktstimmung mit dem Begriff „Anything But Bonds" zusammen – auf Deutsch: „Alles außer Anleihen". Damit beschreibt er die weit verbreitete Überzeugung unter Investoren, dass festverzinsliche Wertpapiere derzeit ein Verlustgeschäft sind.

Die Bank of America sieht in der ausufernden Staatsverschuldung einen zentralen Grund dafür, dass Anleger Anleihen meiden. Steigende Schulden erhöhen das Risiko, dass die Zinslast für den US-Haushalt langfristig untragbar wird – ein Szenario, das die Attraktivität von Staatsanleihen erheblich mindert.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. US-Staatsanleihen, sogenannte Treasuries, gelten traditionell als sicherer Hafen und sind ein wichtiger Bestandteil globaler Portfolios. Wenn das Vertrauen in diese Papiere schwindet, hat das Auswirkungen auf die gesamte globale Anleihelandschaft – einschließlich europäischer und deutscher Rentenmärkte.

Historische Einordnung der Schuldendynamik

Zum Vergleich: Die US-Staatsverschuldung überschritt die Marke von 10 Billionen Dollar erstmals im Jahr 2008, die 20-Billionen-Dollar-Schwelle wurde 2017 erreicht und die 30-Billionen-Dollar-Marke fiel Anfang 2022. Die Geschwindigkeit, mit der neue Billionen hinzukommen, hat sich damit deutlich beschleunigt – ein Trend, der Ökonomen und Marktteilnehmer gleichermaßen beunruhigt.

Die Prognose der Bank of America unterstreicht, dass das Schuldenwachstum kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern eine strukturelle Herausforderung für die US-Fiskalpolitik darstellt. Für Anleger bedeutet dies, dass die Frage nach der langfristigen Tragfähigkeit der amerikanischen Staatsfinanzen zunehmend in den Vordergrund rückt – und die Asset-Allokation entsprechend angepasst werden sollte.

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