US-Staatsanleihen steigen nach moderaten Inflationsdaten für Juli
Die US-Inflation stieg im Juli erwartungsgemäß – Anleihemärkte reagieren positiv, Zinserhöhungserwartungen sinken spürbar.

US-Staatsanleihen haben am Mittwoch zugelegt, nachdem die Verbraucherpreisdaten für Juli die Markterwartungen erfüllt haben. Die Inflation stieg in moderatem Tempo, was Anlegern Erleichterung verschaffte und die Renditen unter Druck setzte.
Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen sank im späten Vormittagshandel um 2,8 Basispunkte auf 4,656%. Die Rendite der 30-jährigen Anleihen blieb mit 5,241% weitgehend unverändert. Wichtig für das Verständnis: Anleiherenditen und -kurse bewegen sich stets in entgegengesetzte Richtungen – steigende Kurse bedeuten also fallende Renditen.
Besonders aufschlussreich war die Entwicklung bei den zweijährigen Staatsanleihen, die als Gradmesser für Zinserwartungen gelten. Deren Rendite fiel um 4,6 Basispunkte auf 4,172% – ein deutlicheres Signal als bei den längeren Laufzeiten.
Inflationsdaten im Detail
Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Juli um 0,1% gegenüber dem Vormonat. Im Juni war er noch um 0,4% gesunken – der erste monatliche Rückgang seit sechs Jahren. Auf Jahresbasis verlangsamte sich die Inflationsrate von 3,5% im Juni auf 3,4% im Juli.
Die sogenannte Kernrate des Verbraucherpreisindex, bei der die volatilen Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, stieg im Juli um 0,2% gegenüber dem Vormonat. Im Juni war diese Kennzahl noch unverändert geblieben. Im Jahresvergleich sank die Kernrate leicht von 2,6% auf 2,5% – ein weiteres Zeichen für eine schrittweise Abschwächung des Preisdrucks.
Zinserhöhungserwartungen sinken deutlich
Die Inflationsdaten haben unmittelbare Auswirkungen auf die Erwartungen der Marktteilnehmer bezüglich der US-Geldpolitik. Nach der Veröffentlichung der Zahlen preisten die US-Zinsfutures-Märkte nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 38% für eine Zinserhöhung der Federal Reserve auf der September-Sitzung ein. Am Dienstag hatte diese Wahrscheinlichkeit noch bei 48% gelegen.
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Zur AktienanalyseAuch die erwartete Straffung in Basispunkten ging zurück: Händler kalkulierten nach dem Inflationsbericht mit einer Zinserhöhung von 26 Basispunkten, verglichen mit fast 30 Basispunkten am Vortag. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die US-Geldpolitik der Federal Reserve maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalströme und damit auch auf europäische Anleihemärkte und den Euro-Dollar-Kurs hat.
Die moderaten Inflationsdaten deuten darauf hin, dass die aggressive Zinspolitik der Fed zunehmend Wirkung zeigt. Die schrittweise Annäherung der Kernrate an das Fed-Ziel von 2% gibt den Währungshütern mehr Spielraum, ihren Zinserhöhungszyklus zu verlangsamen oder zu pausieren – eine Entwicklung, die Anleiheinvestoren weltweit aufmerksam verfolgen.


