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US-Staatsanleihen: Renditen fallen nach schwachem Jobsbericht

Enttäuschende Beschäftigungsdaten aus den USA drücken die Renditen von Staatsanleihen und dämpfen Zinserhöhungserwartungen der Fed.

US-Staatsanleihen: Renditen fallen nach schwachem Jobsbericht

Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Donnerstag unter Druck geraten, nachdem das amerikanische Arbeitsministerium schwache Beschäftigungsdaten veröffentlicht hatte. Der Arbeitsmarktbericht blieb deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück und sorgte damit für Bewegung an den Anleihemärkten.

Konkret stieg die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft – der sogenannte Non-Farm-Payroll – im vergangenen Monat lediglich um 57.000 Stellen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Zuwachs von 110.000 Stellen gerechnet. Damit wurde die Schätzung um fast die Hälfte verfehlt. Zusätzlich wurde der Wert für Mai von zuvor gemeldeten 172.000 auf 129.000 Stellen nach unten korrigiert.

Rendite der 10-jährigen Anleihe gibt nach

Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe fiel infolge der Daten um 0,2 Basispunkte auf 4,473 Prozent. Zuvor war die Rendite im Handelsverlauf noch auf 4,051 Prozent gestiegen – den höchsten Stand seit dem 23. Juni. Auf Wochensicht liegt die Rendite dennoch weiterhin rund 10 Basispunkte im Plus, was eine dreiwöchige Verlustserie beenden und den größten wöchentlichen Anstieg seit Mitte Mai bedeuten würde.

Für Anleger ist die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe ein zentraler Referenzwert: Sie beeinflusst Hypothekenzinsen, Unternehmensfinanzierungen und gilt als globaler Maßstab für die Risikobereitschaft an den Kapitalmärkten. Schwache Arbeitsmarktdaten signalisieren in der Regel eine nachlassende Wirtschaftsdynamik, was den Druck auf die Notenbank, die Zinsen weiter anzuheben, verringert.

Fed-Zinserhöhungserwartungen sinken spürbar

Der schwache Bericht hat die Markterwartungen für weitere Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve merklich gedrückt. Laut dem CME FedWatch-Tool sehen Händler nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 19,8 Prozent für eine Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte auf der Juli-Sitzung der Fed. Am vorangegangenen Handelstag hatte diese Wahrscheinlichkeit noch bei 28,9 Prozent gelegen.

Auch für die September-Sitzung der Fed gingen die Erwartungen deutlich zurück. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung fiel von 64,1 Prozent auf 55 Prozent. Dies zeigt, wie sensibel die Märkte auf Arbeitsmarktdaten reagieren, da diese als wichtiger Indikator für die künftige Geldpolitik der Fed gelten.

Etwas Entlastung lieferten hingegen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese beliefen sich auf 215.000 und lagen damit unter der Schätzung von 220.000. Gegenüber der nach oben korrigierten Vorwoche mit 216.000 Anträgen entspricht dies einem leichten Rückgang – ein kleines positives Signal am ansonsten schwachen Datentag.

Für deutsche Anleger sind die Entwicklungen am US-Anleihemarkt von besonderer Bedeutung, da sie Rückwirkungen auf europäische Zinsmärkte und den Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar haben. Eine weniger aggressive Fed bedeutet tendenziell einen schwächeren Dollar und kann die Exportchancen europäischer Unternehmen beeinflussen.

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