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US-Soldat wettet mit Geheimwissen auf Maduros Festnahme und verliert

Ein Spezialkraft-Soldat soll auf Polymarket über 409.000 Dollar gewonnen haben – mit geheimen Insiderinformationen über eine Militäroperation.

US-Soldat wettet mit Geheimwissen auf Maduros Festnahme und verliert

Ein US-Spezialsoldat steht vor Gericht, weil er mutmaßlich Geheiminformationen über die Festnahme des venezolanischen Ex-Präsidenten Nicolás Maduro genutzt hat, um auf der Krypto-Wettplattform Polymarket Gewinne zu erzielen. Das US-Justizministerium (DOJ) hat Gannon Ken Van Dyke angeklagt, der in Fort Bragg in North Carolina stationiert ist. Er soll durch seine Wetten mehr als 409.000 US-Dollar (rund 303.700 britische Pfund) eingenommen haben.

Van Dyke war laut Anklageschrift von Dezember 2025 bis mindestens Januar 2026 an der Planung und Durchführung der sogenannten „Operation Absolute Resolve" beteiligt. Bei dieser Operation nahmen US-Streitkräfte Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores am 3. Januar in einem nächtlichen Einsatz in ihrem Anwesen in Caracas fest und brachten sie nach New York. Dort werden sie mit Vorwürfen von Waffen- und Drogendelikten konfrontiert, die sie bestreiten.

Das Justizministerium behauptet, Van Dyke habe am oder um den 26. Dezember 2025 ein Polymarket-Konto erstellt und begonnen, auf Märkte rund um Maduro und Venezuela zu wetten. Er soll Wetten in Höhe von mehr als 33.000 US-Dollar (rund 24.500 britische Pfund) platziert haben, während er im Besitz geheimer, nicht öffentlicher Informationen über die bevorstehende Operation war. „Das ist eindeutiger Insiderhandel und nach Bundesrecht illegal", erklärten Beamte des Justizministeriums.

Schwere Anklagepunkte gegen den Soldaten

Van Dyke wurde laut einer am Donnerstag entsiegelten Anklageschrift wegen mehrerer Vergehen angeklagt:

  • Unrechtmäßige Verwendung vertraulicher Regierungsinformationen zum persönlichen Vorteil
  • Diebstahl nicht öffentlicher Regierungsinformationen
  • Warenbetrug
  • Überweisungsbetrug
  • Durchführung einer unrechtmäßigen Geldtransaktion

Als Soldat hatte Van Dyke Geheimhaltungsvereinbarungen unterzeichnet, in denen er versprach, „niemals geheime oder sensible Informationen im Zusammenhang mit Militäroperationen durch Schrift, Wort, Verhalten oder auf andere Weise preiszugeben". Der amtierende US-Justizminister Todd Blanche betonte: „Unseren Männern und Frauen in Uniform werden Geheiminformationen anvertraut, um ihre Mission so sicher und effektiv wie möglich zu erfüllen. Es ist ihnen untersagt, diese hochsensiblen Informationen für den persönlichen finanziellen Gewinn zu nutzen."

Auch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), eine unabhängige US-Bundesbehörde, reichte eine Beschwerde gegen Van Dyke ein und beschuldigt ihn ebenfalls des Insiderhandels. Das Verfahren wird vor dem US-Staatsanwalt Jay Clayton für den südlichen Bezirk von New York geführt. Clayton stellte klar, dass Prognosemärkte „kein Zufluchtsort für die Nutzung unterschlagener vertraulicher oder geheimer Informationen zum persönlichen Vorteil sind".

Polymarket kooperierte mit den Behörden

Die Krypto-Wettplattform Polymarket reagierte auf den Fall mit einer Erklärung in den sozialen Medien: „Als wir einen Nutzer identifizierten, der mit geheimen Regierungsinformationen handelte, haben wir die Angelegenheit an das Justizministerium weitergeleitet und mit dessen Ermittlungen kooperiert." Das Unternehmen fügte hinzu: „Insiderhandel hat auf Polymarket keinen Platz. Die heutige Verhaftung ist der Beweis dafür, dass das System funktioniert."

Polymarket ist eine auf Kryptowährungen basierende Plattform, auf der Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können – von Wahlen bis hin zu geopolitischen Entwicklungen. Solche Prognosemärkte sind in den USA ein relativ neues Phänomen und stehen zunehmend im Fokus der Regulierungsbehörden.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich auf Nachfrage zurückhaltend zu dem Fall. Er sagte, er habe noch nichts davon gehört, werde der Sache aber nachgehen. Auf die Frage, ob er Bedenken habe, dass Prognosemärkte zu Insiderhandel führen könnten, antwortete Trump: „Die ganze Welt ist leider zu einer Art Casino geworden." Er fügte hinzu: „Ich war nie ein großer Befürworter davon." Berichten zufolge wurden Mitarbeiter des Weißen Hauses angewiesen, keine Wetten auf Prognosemärkten zu platzieren.

Der Fall Van Dyke wirft grundlegende Fragen über die Regulierung von Prognosemärkten auf. Justizminister Blanche betonte, dass „der breite Zugang zu Prognosemärkten ein relativ neues Phänomen ist, aber die Bundesgesetze zum Schutz nationaler Sicherheitsinformationen uneingeschränkt Anwendung finden". Für deutsche Anleger und Beobachter zeigt der Fall, dass auch in digitalen Wettmärkten klassische Insiderhandels-Regeln gelten – und konsequent durchgesetzt werden.

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