US-Senatswahl Maine: Platner unter Druck, Nachfolger positionieren sich
Sexuelle-Übergriff-Vorwürfe erschüttern die demokratische Kampagne in Maine – Parteiführung fordert Rückzug von Kandidat Graham Platner.

Der demokratische Senatskandidat Graham Platner aus dem US-Bundesstaat Maine steht massiv unter Druck, seinen Wahlkampf zu beenden. Eine Frau wirft dem 41-jährigen Austernfischer und Militärveteranen vor, sie im Jahr 2021 sexuell bedrängt zu haben. Platner wies die Vorwürfe der 41-jährigen Jenny Racicot zurück, doch die politischen Konsequenzen sind bereits spürbar.
Besonders schwer wiegt, dass sein engster politischer Verbündeter, Senator Bernie Sanders (I-Vt.), ihn öffentlich zum Rückzug aufgefordert hat. Auch die Führung der Demokratischen Partei auf nationaler Ebene ließ keinen Zweifel: Senatsmindestführer Chuck Schumer (D-N.Y.) und die Vorsitzende des Democratic Senatorial Campaign Committee, Kirsten Gillibrand (D-N.Y.), forderten Platner in einer gemeinsamen Erklärung zum Rücktritt auf. Platner selbst erklärte am Montag in einer Videobotschaft, er überdenke die nächsten Schritte seiner Kampagne.
Aufstieg und tiefer Fall eines progressiven Hoffnungsträgers
Platner hatte im Juni die amtierende demokratische Gouverneurin Janet Mills in den Vorwahlen besiegt – ein bemerkenswerter Erfolg für den politischen Außenseiter. Sein schroffes Auftreten und seine progressiven Botschaften hatten ihm landesweite Aufmerksamkeit eingebracht. Doch seitdem erschüttern persönliche Skandale seine Kandidatur, und die jüngsten Vorwürfe, die das Nachrichtenportal Politico veröffentlichte, scheinen das Ende seiner Kampagne einzuläuten.
Das Rennen um den Senatssitz in Maine ist für beide großen US-Parteien von strategischer Bedeutung. Die Republikaner wollen die Kontrolle über den Senat behalten, die Demokraten streben danach, diese zurückzugewinnen. Im Mittelpunkt steht die seit fünf Amtszeiten amtierende republikanische Senatorin Susan Collins – ihre Verteidigung oder Ablösung ist ein zentrales Ziel beider Parteien. Der renommierte Cook Political Report stuft das Rennen derzeit als „leans Republican" ein, also als tendenziell republikanisch.
Zeitfenster für Nachrücker ist eng
Sollte Platner vor dem 13. Juli aus dem Rennen aussteigen, haben die Demokraten bis zum 27. Juli Zeit, einen Ersatzkandidaten zu nominieren. Dieses enge Zeitfenster hat bereits eine hektische Suche nach geeigneten Bewerbern ausgelöst. Mehrere Namen aus den diesjährigen Vorwahlen sind bereits im Gespräch:
Nirav Shah
, der zweitplatzierte Gouverneurskandidat, erklärte auf der Plattform X, er führe Gespräche mit seiner Frau, seinem Team und Bürgern in Maine über einen möglichen Einstieg ins Senatsrennen.
Troy Jackson
, einst ein enger Verbündeter Platners, hat laut dem Bangor Daily News bereits Unterlagen bei der Federal Election Commission eingereicht, um eine Kandidatur zu prüfen.
Dan Kleban
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Zur Aktienanalyse, Gründer einer erfolgreichen Brauerei und ehemaliger Senatskandidat, empfange Anrufe und wäge die Option „ernsthaft ab", wie eine ihm nahestehende Quelle gegenüber CNBC mitteilte.
Besonders pikant im Fall Kleban: Senatsmindestführer Schumer soll ihn im vergangenen Jahr aktiv von einer Kandidatur abgehalten haben. Dieser Umstand könnte Kleban laut der ihm nahestehenden Quelle bei einer erneuten Kandidatur zusätzlichen Rückhalt verschaffen – gewissermaßen als Wiedergutmachung der Parteiführung.
Das politische Drama in Maine verdeutlicht, wie fragil demokratische Wahlkampagnen in umkämpften Bundesstaaten sein können. Für die Demokraten steht in Maine nicht nur ein einzelner Sitz auf dem Spiel, sondern die Mehrheit im US-Senat – und damit die Fähigkeit, die Agenda der Partei in Washington durchzusetzen.

