US-Senatorin Slotkin verweigert DOJ-Interview wegen Truppen-Video
Demokratin wehrt sich gegen Ermittlungen nach Aufruf an Militär, illegale Befehle zu verweigern

Die demokratische US-Senatorin Elissa Slotkin aus Michigan hat sich geweigert, einem Interview mit dem Justizministerium (DOJ) nachzukommen. Die Behörde ermittelt gegen sie und fünf weitere Demokraten wegen eines Videos, in dem sie US-Truppen aufriefen, illegalen Befehlen nicht Folge zu leisten. Slotkins Anwalt Preet Bharara informierte Generalstaatsanwältin Pam Bondi und die Bundesstaatsanwältin für Washington D.C., Jeanine Pirro, über die Verweigerung.
In seinen Schreiben forderte Bharara Bondi auf, die Untersuchung einzustellen. Er kündigte rechtliche Schritte wegen "potenzieller Verletzungen der Rechte der Senatorin gemäß dem Ersten Verfassungszusatz" an. Die Botschaft des Videos vom 18. November sei "unstrittig und unwiderlegbar", erklärte der Anwalt. Das DOJ lehnte eine Stellungnahme ab.
Slotkin erklärte am Donnerstag, die aggressive Reaktion der Trump-Administration habe zu einer Flut von Drohungen gegen sie, ihre Familie und ihre Mitarbeiter geführt. "Die Einschüchterung ist der Zweck", betonte die ehemalige CIA-Offizierin. In dem Video mit dem Titel "Don't give up the ship" wandten sich die Abgeordneten direkt an Angehörige des US-Militärs.
Prominente Demokraten unter Druck
Neben Slotkin waren Senator Mark Kelly aus Arizona, ein ehemaliger Navy-Kapitän und NASA-Astronaut, sowie die Abgeordneten Jason Crow, Maggie Goodlander, Chris Deluzio und Chrissy Houlahan an dem Video beteiligt. Die Veröffentlichung erfolgte während einer Serie umstrittener US-Militärschläge in der Karibik gegen angebliche Drogenschmuggler-Boote.
Die Luftangriffe, deren Rechtmäßigkeit angezweifelt wird, führten laut New York Times seit Anfang September zu mindestens 126 Todesfällen. Präsident Donald Trump reagierte scharf auf das Video und beschuldigte die Demokraten der Aufwiegelung und des Hochverrats. In einem Post schrieb er: "AUFWIEGELNDES VERHALTEN, strafbar mit dem TOD!"
Verteidigungsminister Pete Hegseth schloss sich Trumps Kritik an, bezeichnete das Video als "verabscheuungswürdig" und nannte die Gruppe die "Seditious Six" - die aufwieglerischen Sechs. Das Pentagon kündigte zunächst Prüfungen an und kürzte später Kellys militärische Ruhestandsbezüge als Vergeltungsmaßnahme.
Juristische Gegenwehr
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Zur AktienanalyseKelly reichte am 12. Januar eine zivilrechtliche Bundesklage gegen Hegseth und das Pentagon ein. Am selben Tag teilte Slotkin mit, dass Pirros Büro eine Befragungsanfrage an den Sergeant-at-Arms des Senats übermittelt habe. Bei einer Gerichtsanhörung am Dienstag äußerte Bundesbezirksrichter Richard Leon Skepsis gegenüber den Strafmaßnahmen des Pentagons gegen Kelly.
Die Abgeordneten hatten bereits Ende November mitgeteilt, dass das FBI versucht habe, sie zu befragen. Die Entwicklung wirft Fragen zum Umgang der Trump-Administration mit politischer Opposition und zur Meinungsfreiheit gewählter Volksvertreter auf. Bharara kündigte an, alle Unterlagen für mögliche Rechtsstreitigkeiten aufzubewahren.


