US-Senatoren planen Verbot von Glücksspielwerbung für Minderjährige
Ein parteiübergreifender Gesetzentwurf soll digitale Sportwetten-Werbung auf TikTok und Instagram für unter 18-Jährige bundesweit verbieten.

WASHINGTON – Zwei US-Senatoren wollen Minderjährige künftig besser vor Glücksspielwerbung in sozialen Medien schützen. Die Republikanerin Katie Britt aus Alabama und der Demokrat Richard Blumenthal aus Connecticut bringen gemeinsam den sogenannten „Gaming Advertisement to Minors Enforcement Act" ein. Der parteiübergreifende Gesetzentwurf zielt darauf ab, digitale Glücksspielwerbung für Personen unter 18 Jahren auf Bundesebene zu verbieten.
Hintergrund der Initiative ist die wachsende Sorge, dass Minderjährige durch gezielte Anzeigen auf Plattformen wie TikTok und Instagram in die Spielsucht getrieben werden könnten. Sportwetten-Anbieter nutzen soziale Medien intensiv zur Kundengewinnung – ein Umfeld, in dem sich besonders viele Jugendliche aufhalten. Der Gesetzentwurf soll dieser Entwicklung auf nationaler Ebene einen Riegel vorschieben.
Bestehende Regeln gelten als wirkungslos
Zwar haben viele US-Bundesstaaten sowie große Social-Media-Unternehmen bereits eigene Verbote für Glücksspielwerbung gegenüber Minderjährigen eingeführt. Kritiker bezeichnen diese Maßnahmen jedoch als weitgehend wirkungslos. Als zentrales Problem gilt das Fehlen angemessener Sanktionen, die eine effektive Durchsetzung der bestehenden Regeln ermöglichen würden.
Genau hier setzt der neue Bundesgesetzentwurf an: Die Durchsetzung der Bestimmungen soll der Federal Trade Commission (FTC) übertragen werden – der US-amerikanischen Bundesbehörde für Verbraucherschutz und Wettbewerbsrecht. Die vorgesehenen Strafen können dabei bis zu 100.000 US-Dollar pro einzelner Werbeanzeige betragen. Damit würden Verstöße erstmals mit empfindlichen finanziellen Konsequenzen belegt.
Ausnahmen für Sportveranstaltungen und Suchergebnisse
Das geplante Verbot gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Ausgenommen sind Werbeanzeigen, die ein breites Publikum während Sportveranstaltungen erreichen – also etwa TV-Spots oder Stadionwerbung, die sich nicht gezielt an Minderjährige richtet. Ebenfalls nicht unter das Verbot fallen Ergebnisse, die erscheinen, wenn Minderjährige selbst aktiv nach Wettinhalten suchen.
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Zur AktienanalyseDiese Ausnahmen sollen sicherstellen, dass legitime Werbung im Sportkontext weiterhin möglich bleibt, während die gezielte Ansprache junger Nutzer in sozialen Netzwerken unterbunden wird. Für die Glücksspielbranche, die in den USA seit der Liberalisierung des Sportwettenmarkts im Jahr 2018 stark gewachsen ist, würde das Gesetz dennoch eine bedeutende Einschränkung darstellen.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung relevant, da auch europäische Glücksspielanbieter und Plattformbetreiber zunehmend mit ähnlichen regulatorischen Fragen konfrontiert werden. Die Initiative aus Washington könnte als Blaupause für strengere Regulierungen auch in anderen Märkten dienen.


