US-Senatoren fordern SEC-Untersuchung von Trump Medias neuem Bezahldienst
Warren und Schiff sehen in der kostenpflichtigen „Truth API" ein Risiko für die Integrität der Kapitalmärkte.

Die demokratischen US-Senatoren Elizabeth Warren und Adam Schiff haben die Börsenaufsichtsbehörde SEC aufgefordert, einen neuen Bezahldienst der Trump Media & Technology Group (TMTG) zu untersuchen. Der Dienst ermöglicht zahlenden Kunden einen schnelleren Zugang zu den Beiträgen von Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social – und genau das beunruhigt die Senatoren.
Im Kern geht es um die sogenannte „Truth API", die TMTG am 16. Juli ankündigte. Dabei handelt es sich um einen lizenzierten Datendienst, der einen „Echtzeitzugriff auf Beiträge der ranghöchsten Truth-Social-Konten" bietet. Kevin McGurn, Interim-CEO von TMTG, beschrieb den Dienst als „direkten, lizenzierten Echtzeit-Feed der marktbewegendsten Beiträge der Plattform". Laut einem Bericht von Reuters diskutiert TMTG, bis zu 100.000 US-Dollar pro Monat für den Zugang zu verlangen. Der Dienst soll am 1. August starten.
Warren und Schiff richteten ihr Schreiben an SEC-Chef Atkins und forderten eine rechtliche Analyse des Dienstes – noch vor dessen geplantem Start. Dabei betonten sie ausdrücklich, dass die Untersuchung auch Gesetze umfassen solle, die „Insiderhandel und Marktmanipulation verbieten".
Warum der Dienst Marktexperten aufhorchen lässt
Der Hintergrund ist bedeutsam: Trump nutzt Truth Social regelmäßig, um politische Ankündigungen zu machen – darunter auch Informationen zum Iran-Krieg –, die globale Märkte unmittelbar bewegen können. Zudem hat er sein Konto wiederholt genutzt, um für einzelne Aktien zu werben. Wer Trumps Posts Millisekunden früher erhält als andere Marktteilnehmer, könnte daraus erhebliche Handelsvorteile ziehen.
Genau hier sehen Warren und Schiff das Problem. „Während Finanzunternehmen und Analysten bisher auf die manuelle Überwachung von Truth Social angewiesen waren, speist die API rund um die Uhr Truth-Social-Beiträge automatisch direkt bei denjenigen ein, die bereit sind, im Voraus für Millisekunden an zusätzlichem Zeitvorsprung zu zahlen", schrieben die Senatoren. Besonders Hochfrequenzhandelsfirmen könnten von diesem Informationsvorsprung profitieren, warnten sie.
Die Senatoren stellten zudem fest, dass Trump selbst von der Einführung des Dienstes profitieren werde – ebenso wie Unternehmen und wohlhabende Einzelpersonen, die die Abonnementgebühr zahlen. Trumps Familie ist der größte Anteilseigner an dem börsennotierten Unternehmen, das an der Nasdaq unter dem Kürzel DJT gehandelt wird. Vor seinem erneuten Einzug ins Weiße Haus übertrug Trump mehr als 114 Millionen TMTG-Aktien in einen widerruflichen Trust, der von seiner Familie beaufsichtigt wird, hält die Beteiligung jedoch weiterhin indirekt.
Trump Media weist Kritik scharf zurück
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Zur AktienanalyseEin Sprecher von Trump Media wies die Vorwürfe in einer Erklärung gegenüber CNBC entschieden zurück. Die demokratischen Senatoren würden den Dienst falsch darstellen – „entweder aus ideologischer Ablehnung freier Märkte oder aus Unkenntnis über den Unterschied zwischen öffentlichen und nicht-öffentlichen Informationen – oder möglicherweise beides". Die SEC selbst lehnte eine Stellungnahme zu dem Schreiben ab.
TMTG ist das Mutterunternehmen von Truth Social, der Social-Media-Plattform, auf der Trumps Konto mit Abstand die meisten Follower hat. Das Unternehmen ist zudem in weitere Sektoren expandiert, darunter Kryptowährungen und Fusionsenergie. Der Aktienkurs der DJT-Aktie, der einst als Barometer für Trumps politisches Ansehen galt, ist seit dem Börsengang Ende März 2024 um rund 80 Prozent gefallen – ein deutlicher Rückgang, der die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen des Unternehmens widerspiegelt.
Warren ist das ranghöchste Mitglied des Bankenausschusses des Senats aus Massachusetts, Schiff ist Mitglied des Justizausschusses des Senats aus Kalifornien. Ob die SEC unter dem aktuellen Vorsitzenden Atkins tatsächlich eine Untersuchung einleiten wird, bleibt abzuwarten – die Behörde hat sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert.


