US-Senatoren fordern Bundesuntersuchung von Prognosemarkt Polymarket
Zwei parteiübergreifende US-Senatoren verlangen von der CFTC eine sofortige Prüfung wegen irreführender Werbepraktiken des Prognosemarktes.

Zwei US-Senatoren aus unterschiedlichen Parteien fordern eine bundesweite Untersuchung des Prognosemarktes Polymarket. In einem Brief an den Vorsitzenden der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Michael Selig, verlangen John Curtis (Republikaner, Utah) und Adam Schiff (Demokrat, Kalifornien) eine sofortige Prüfung der Social-Media-Werbepraktiken des Unternehmens.
Auslöser des Schreibens ist eine Berichterstattung des Wall Street Journal über irreführende Marketingpraktiken von Polymarket. Die Senatoren bezeichnen die darin erhobenen Vorwürfe als „zutiefst beunruhigend" und fordern umgehende Konsequenzen. Der Brief wurde am Donnerstag an die CFTC übermittelt.
In ihrem Schreiben ziehen die Senatoren eine klare Trennlinie zwischen seriösen Finanzmärkten und dem Verhalten von Polymarket. „Das hier behauptete öffentliche Verhalten ähnelt keinem seriösen Finanzmarkt, der für Hedging oder Preisfindung konzipiert ist", schrieben Curtis und Schiff. Damit stellen sie grundsätzlich in Frage, ob Polymarket überhaupt als legitimer Finanzmarkt eingestuft werden kann.
CFTC soll Klarheit schaffen
Die Senatoren fordern von CFTC-Chef Selig konkrete Antworten: Er soll offenlegen, ob die Behörde bereits gegen Polymarket ermittelt und ob die beschriebenen Praktiken gegen CFTC-Regeln oder Bundesrecht verstoßen. Zudem äußern die Senatoren grundsätzliche Zweifel an der Aufsichtskompetenz der Kommission. „Wir sind weiterhin besorgt, dass die Kommission weder das Gesetz angemessen durchsetzt noch dafür gerüstet ist, als bundesstaatliche Glücksspielaufsicht zu fungieren", heißt es in dem Brief.
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person befindet sich die CFTC tatsächlich mitten in einer laufenden Untersuchung gegen Polymarket. Eine Sprecherin der Behörde lehnte es jedoch ab, die Existenz einer solchen Untersuchung zu bestätigen. Der genaue Gegenstand der Ermittlungen konnte nicht ermittelt werden. Über diese Untersuchung war bislang nicht öffentlich berichtet worden.
Hintergrund: Polymarket und die CFTC
Polymarket ist eine der bekanntesten Plattformen für sogenannte Prognosemärkte, auf denen Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können – von Wahlergebnissen bis hin zu Wirtschaftsdaten. Die Plattform erlangte insbesondere rund um die US-Präsidentschaftswahl 2024 internationale Aufmerksamkeit. In Deutschland und der EU ist der Zugang zu solchen Plattformen regulatorisch eingeschränkt.
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Zur AktienanalyseBemerkenswert ist, dass die CFTC im vergangenen Jahr eine umfassende Prüfung von Polymarket bereits eingestellt hatte. Die erneute Untersuchung sowie der parteiübergreifende Druck aus dem Senat deuten darauf hin, dass das regulatorische Interesse an der Plattform wieder zunimmt. Ein Sprecher von Polymarket lehnte einen Kommentar sowohl zu dem Senatorenbrief als auch zur laufenden Untersuchung ab.
Die Entwicklung zeigt, wie stark Prognosemärkte zunehmend in den Fokus amerikanischer Regulierungsbehörden geraten. Für Anleger und Beobachter des Krypto- und Fintech-Sektors, in dem Polymarket aktiv ist, bleibt die Frage offen, welche regulatorischen Konsequenzen die Untersuchung letztlich nach sich ziehen wird.


