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US-Senat verzögert Hanf-THC-Verbot: Mehr Zeit für Regulierung

Der US-Senat lehnte einen Antrag ab, der Hanf-THC-Produkte schnell kriminalisiert hätte – und verschafft der Branche wertvolle Zeit.

US-Senat verzögert Hanf-THC-Verbot: Mehr Zeit für Regulierung

Der US-Senat hat einen wichtigen Schritt in der Debatte um die Regulierung von Hanf-THC-Produkten unternommen. Ein Änderungsantrag, der die Rekriminalisierung von Hanf-THC-Produkten auf Bundesebene noch vor November sicherstellen sollte, wurde vom Senat abgelehnt. Stattdessen ließ die Kammer eine Bestimmung passieren, die das geplante Verbot hinauszögert.

Der abgelehnte Vorschlag stammte von Senator Ted Budd (R-NC) und mehreren Mitinitiatoren. Ihr Ziel war es, bestimmte Regelungen aus einem wichtigen Haushaltsgesetz zu streichen, das am Wochenende von der Senatsführung veröffentlicht worden war. Dieses Gesetz hätte ursprünglich dafür gesorgt, dass Hanf-THC-Produkte gemäß einem bestehenden Plan im November auf Bundesebene wieder unter Strafe gestellt werden.

Branche sieht Chance auf Regulierung statt Verbot

Für die Hanf-Branche ist die Senatsentscheidung ein bedeutsamer Teilerfolg. Branchenvertreter hoffen nun, dass die gewonnene Zeit genutzt werden kann, um den US-Kongress von einer umfassenden Regulierung als Alternative zu einem vollständigen Verbot zu überzeugen. Ein Verbot hätte weitreichende wirtschaftliche Folgen für Hersteller und Händler legaler THC-Produkte gehabt.

Die Debatte um Hanf-THC-Produkte ist in den USA seit Jahren politisch aufgeladen. Seit der Legalisierung von Hanf auf Bundesebene im Jahr 2018 durch den sogenannten Farm Bill sind Produkte mit geringem THC-Gehalt legal – doch die genaue Regulierung von Produkten, die psychoaktive Wirkungen entfalten können, ist bis heute ungeklärt. Viele Bundesstaaten haben eigene Regeln erlassen, während auf Bundesebene ein einheitlicher Rahmen fehlt.

Hintergrund: Was sind Hanf-THC-Produkte?

Hanf und Marihuana stammen zwar von derselben Pflanzengattung Cannabis ab, unterscheiden sich jedoch im THC-Gehalt. Hanf enthält per Definition weniger als 0,3 Prozent THC – den psychoaktiven Wirkstoff der Cannabispflanze. In den vergangenen Jahren sind jedoch sogenannte Delta-8- und Delta-10-THC-Produkte auf den Markt gekommen, die aus legalem Hanf gewonnen werden, aber dennoch psychoaktive Wirkungen haben können. Genau diese Produkte stehen im Mittelpunkt der aktuellen politischen Auseinandersetzung.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in den USA besonders relevant, da der amerikanische Cannabismarkt als Leitmarkt für globale Regulierungstendenzen gilt. Entscheidungen des US-Kongresses beeinflussen häufig auch die politische Diskussion in Europa und können Auswirkungen auf international tätige Cannabisunternehmen haben.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Kongress tatsächlich einen regulatorischen Rahmen für Hanf-THC-Produkte schafft oder ob es letztlich doch zu einem Verbot kommt. Die Branche hat nun mehr Zeit, ihre Argumente in Washington vorzubringen – ein Aufschub, der für viele Unternehmen existenziell wichtig sein könnte.

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