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US-Senat verschafft Hanf-THC-Produkten Atempause vor drohendem Bundesverbot

Neue Haushaltsbestimmungen schieben das geplante Verbot von Hanf-THC-Produkten in den USA bis zum 11. Dezember auf.

US-Senat verschafft Hanf-THC-Produkten Atempause vor drohendem Bundesverbot

Die Führung des US-Senats hat in einen neuen Haushaltsentwurf Bestimmungen aufgenommen, die die drohende erneute Kriminalisierung von Hanf-THC-Produkten auf Bundesebene vorübergehend verhindern. Branchenvertreter sehen darin eine wichtige Chance, den Kongress von einer umfassenden Regulierung statt eines vollständigen Verbots zu überzeugen. Der Schritt gibt der Hanfbranche mehr Zeit, ihre Argumente in Washington vorzubringen.

Hintergrund der aktuellen Debatte ist der sogenannte Farm Bill von 2018, den Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit unterzeichnete. Dieses Gesetz legalisierte Hanfderivate mit weniger als 0,3 Prozent Delta-9-THC auf Trockengewichtsbasis auf Bundesebene. Damit entstand in den USA ein milliardenschwerer Markt für Hanfprodukte, darunter Getränke, Gummibärchen und andere Konsumgüter mit THC-Gehalt.

Neue Grenzwerte hätten Markt drastisch eingeschränkt

Die Lage änderte sich jedoch, als Trump ein neues Gesetz unterzeichnete, das Hanf neu definiert. Nach dieser Regelung wären ab dem 12. November nur noch Produkte mit insgesamt maximal 0,4 Milligramm THC pro Behälter legal geblieben – ein Grenzwert, der die überwiegende Mehrheit der aktuell auf dem Markt befindlichen Hanf-THC-Produkte faktisch verboten hätte. Für die gesamte Branche hätte dies weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen bedeutet.

Am Sonntag veröffentlichte die Führung des Bewilligungsausschusses des Senats (Senate Appropriations Committee) den Text eines Gesetzentwurfs zur Verlängerung der Bundesfinanzierung bis zum 11. Dezember – über das Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. September hinaus. In diesem sogenannten Continuing Resolution sind auch die Bestimmungen enthalten, die das geplante Hanfverbot bis zum 11. Dezember aufschieben.

Ausnahme für synthetische Cannabinoide bleibt bestehen

Die Verschiebung gilt jedoch nicht uneingeschränkt. Eine wichtige Ausnahmeregelung sieht vor, dass synthetische Cannabinoide, „die nicht auf natürliche Weise von einer Cannabis-sativa-L.-Pflanze produziert werden können", bereits zum ursprünglichen Datum des 12. November erneut kriminalisiert werden. Diese Unterscheidung zwischen natürlichen und synthetischen Verbindungen ist für die Branche von zentraler Bedeutung.

Bereits im vergangenen Monat hatte das US-Repräsentantenhaus seine eigene Version einer solchen Übergangslösung verabschiedet. Nun liegt es am Senat, den Entwurf voranzutreiben und eine gemeinsame Lösung mit dem Repräsentantenhaus zu finden. Für die Hanfbranche läuft die Uhr: Bis zum 11. Dezember muss eine dauerhafte regulatorische Lösung gefunden oder eine weitere Verlängerung erwirkt werden.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Cannabis- und Hanfmarktes ist die Entwicklung in den USA von besonderer Bedeutung, da der amerikanische Markt als weltweiter Leitmarkt gilt. Die regulatorische Unsicherheit in den Vereinigten Staaten beeinflusst auch die Stimmung gegenüber Cannabis- und Hanfunternehmen an internationalen Börsen. Wie der Kongress letztlich mit der Hanf-THC-Frage umgeht, dürfte die Branche noch über Monate beschäftigen.

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