US-Senat bestätigt Trump-Kandidaten für Nationale Arbeitsbehörde NLRB
Republikaner sichern sich Mehrheit im NLRB und wollen gewerkschaftsfreundliche Richtlinien der Biden-Ära rückgängig machen.

Der US-Senat hat am Freitag zwei Nominierte von Präsident Donald Trump für das National Labor Relations Board (NLRB) bestätigt. Mit einer Abstimmung von 51 zu 47 Stimmen wurden James Macy und David Prouty als Teil eines Blocks von mehr als 70 Bundesregierungs-Nominierten im Amt bestätigt. Damit verfügen die Republikaner nun über eine ausreichende Mehrheit im Gremium, um eine Reihe gewerkschaftsfreundlicher Entscheidungen rückgängig zu machen.
Das NLRB ist die zentrale US-Bundesbehörde für das Arbeitsrecht im Privatsektor. Sie überwacht Gewerkschaftswahlen und prüft Beschwerden von Arbeitnehmern sowie Gewerkschaften, in denen eine illegale Behinderung der gewerkschaftlichen Organisierung oder andere unzulässige Arbeitspraktiken geltend gemacht werden. Entscheidungen des Gremiums können vor Bundesberufungsgerichten angefochten werden.
Die neu bestätigten Mitglieder im Profil
James Macy, ein Republikaner, bekleidete seit dem vergangenen Jahr mehrere Funktionen im US-Arbeitsministerium. Zuvor vertrat er über vier Jahrzehnte lang Arbeitgeber in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen. David Prouty hingegen ist ein ehemaliger Gewerkschaftsanwalt, der 2021 zum NLRB stieß und nun das einzige demokratische Mitglied des Gremiums bleibt. Er tritt mit der Bestätigung eine zweite Amtszeit an.
Traditionell setzt sich das fünfköpfige Gremium aus zwei Demokraten, zwei Republikanern und einem Vorsitzenden aus der Partei des amtierenden Präsidenten zusammen. Bereits vor der Senatsabstimmung verfügten die Republikaner über eine Mehrheit von 2 zu 1 im NLRB. Mit der Bestätigung von Macy ist die republikanische Dominanz nun weiter gefestigt.
Gewerkschaftsfreundliche Richtlinien im Visier
Es wird erwartet, dass die von Trump ernannten Mitglieder eine Reihe von Richtlinien ins Visier nehmen, die in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der gewerkschaftlichen Organisierung in den USA beigetragen haben. Trump-Vorsitzender Murphy und Mitglied Mayer haben bereits erste Schritte unternommen: Sie haben eine Regelung aus Trumps erster Amtszeit wiederbelebt, die es erschwert, Unternehmen als sogenannte „Joint Employers" – also gemeinsame Arbeitgeber – von Vertrags- und Franchise-Arbeitnehmern haftbar zu machen.
Zudem gaben Murphy und Mayer die Zuständigkeit für einen Fall, der das Raumfahrtunternehmen SpaceX betrifft, an eine andere Bundesarbeitsbehörde ab. SpaceX gehört zu den Unternehmen, die das interne Verfahren des NLRB gerichtlich anfechten – ebenso wie Amazon. Beide Konzerne argumentieren, das Verfahren verstoße gegen die US-Verfassung.
Politischer Hintergrund: Entlassung und Rechtsstreit
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Zur AktienanalyseDas NLRB verlor im vergangenen Jahr zeitweise seine Beschlussfähigkeit, nachdem Trump das demokratische Mitglied Gwynne Wilcox in einem beispiellosen Schritt entließ. Dadurch blieben hunderte Fälle fast ein Jahr lang unentschieden. Wilcox klagte gegen ihre Entlassung und wurde von einem Richter kurzzeitig wieder in ihr Amt eingesetzt, doch ein Bundesberufungsgericht setzte dieses Urteil aus und hob es anschließend auf.
Im Juni bestätigte der Oberste Gerichtshof der USA die Absetzung eines demokratischen Mitglieds der Federal Trade Commission (FTC) durch Trump und erklärte das entsprechende Schutzgesetz für ungültig. Da sich der Fall von Wilcox auf ein nahezu identisches Gesetz stützt, das für NLRB-Mitglieder gilt, könnte dieses Urteil weitreichende Konsequenzen haben. Ihr Antrag auf eine Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof ist noch anhängig.
Traditionell benötigt das NLRB-Gremium die Zustimmung von drei Mitgliedern, um bestehende Präzedenzfälle aufzuheben. Trumps bereits zuvor bestätigte Beauftragten Scott Mayer und James Murphy erklärten während des Bestätigungsverfahrens, dass sie nicht von dieser Praxis abweichen würden. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit US-Aktivitäten ist die Entwicklung relevant, da sie die Rahmenbedingungen für Arbeitnehmerrechte und Gewerkschaften in der weltgrößten Volkswirtschaft maßgeblich beeinflusst.


