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US-Rohölvorräte sinken deutlich stärker als von Analysten erwartet

Die amerikanischen Rohölbestände fielen in einer Woche um 8,3 Millionen Barrel – fast doppelt so stark wie prognostiziert.

Die US-Rohölvorräte sind in der vergangenen Woche um 8,3 Millionen Barrel auf 418,2 Millionen Barrel gesunken. Das teilte die Energy Information Administration (EIA) am Mittwoch mit. Der Rückgang übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich, die lediglich ein Minus von 4,6 Millionen Barrel vorhergesagt hatten.

Besonders auffällig ist die Differenz zwischen dem tatsächlichen Rückgang und der Marktprognose: Mit einem Minus von 8,3 Millionen Barrel fiel der Lagerabbau fast doppelt so stark aus wie erwartet. Solche deutlichen Abweichungen von den Analystenprognosen können an den Energiemärkten zu spürbaren Preisbewegungen führen, da sie auf eine stärkere Nachfrage oder eine geringere Produktion hindeuten können.

Auch am wichtigen Umschlagplatz Cushing im US-Bundesstaat Oklahoma, dem Lieferpunkt für den WTI-Rohöl-Terminkontrakt, gingen die Bestände zurück. In der Woche zum 12. Juni verringerten sich die Lagerbestände dort laut EIA um 1,6 Millionen Barrel. Cushing gilt als zentrales Barometer für die Versorgungslage am amerikanischen Rohölmarkt.

Raffinerien erhöhen Durchsatz

Die Raffinerien in den USA steigerten ihren Rohöldurchsatz in der Berichtswoche um 230.000 Barrel pro Tag. Gleichzeitig erhöhte sich die Raffinerieauslastung um 1,4 Prozentpunkte. Eine höhere Raffinerieauslastung signalisiert eine gestiegene Nachfrage nach Kraftstoffen und Heizöl und ist ein wichtiger Indikator für die Aktivität im Energiesektor.

Die Benzinvorräte sanken um 0,9 Millionen Barrel auf 214,2 Millionen Barrel. Damit lagen sie nahe an den Analystenschätzungen, die einen Rückgang von 1 Million Barrel erwartet hatten. Benzinbestände sind besonders in den Sommermonaten ein viel beachteter Indikator, da die Fahrsaison in den USA traditionell den Verbrauch ankurbelt.

Destillate überraschen mit Anstieg

Gegen den allgemeinen Trend stiegen die Bestände an Destillaten – zu denen Diesel und Heizöl zählen – um 1 Million Barrel auf 103,1 Millionen Barrel. Analysten hatten hier einen Rückgang um 0,5 Millionen Barrel erwartet. Dieser unerwartete Anstieg deutet auf eine aktuell geringere Nachfrage nach Diesel und Heizöl hin.

Die wöchentlichen EIA-Lagerdaten gehören zu den wichtigsten Veröffentlichungen für den globalen Ölmarkt. Investoren und Händler weltweit beobachten diese Zahlen genau, da die USA der größte Rohölverbraucher der Welt sind. Deutliche Abweichungen von den Prognosen – wie in dieser Woche – können die Ölpreise kurzfristig erheblich beeinflussen und sind damit auch für deutsche Anleger relevant, die in Energieaktien oder Rohstoff-ETFs investiert sind.

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