ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

US-Rohölexporte nach Indien auf Höchststand

Sanktionen gegen Russland zwingen indische Raffinerien zu alternativen Bezugsquellen

US-Rohölexporte nach Indien auf Höchststand

Die Exporte von US-Rohöl nach Indien haben im vergangenen Monat ein Niveau erreicht, das seit mehr als zwei Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Laut Schiffstracking-Daten suchten indische Raffinerien verstärkt nach alternativen Bezugsquellen, nachdem die Vereinigten Staaten die Sanktionen gegen russische Produzenten und Tanker verschärft hatten. Insgesamt exportierten die USA im Februar etwa 357.000 Barrel Rohöl pro Tag nach Indien. Im Vorjahr lag das Exportvolumen bei etwa 221.000 Barrel pro Tag.

Die steigenden Rohöl-Exporte verdeutlichen die Auswirkungen der seit Oktober mehrfach verschärften US-Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen, die mit Öl aus dem Iran und Russland handeln. Der Handel mit diesen Ländern wurde durch die Maßnahmen erheblich erschwert, sodass sich große Abnehmer nach neuen Bezugsquellen umsehen. Indien, der weltweit drittgrößte Importeur und Verbraucher von Rohöl, hatte im vergangenen Monat erklärt, dass seine Energieimporte aus den USA in naher Zukunft auf bis zu 25 Milliarden US-Dollar steigen könnten. Im Vorjahr belief sich das Volumen auf 15 Milliarden US-Dollar.

Laut Rohit Rathod, einem leitenden Analysten des Schiffstracking-Unternehmens Vortexa, streben indische Raffinerien eine Diversifizierung ihrer Rohölversorgung an, insbesondere im Bereich der leichten, süßen Ölsorten. Die kürzlich verhängten Sanktionen gegen russische Tankschiffe hätten indische Käufer dazu veranlasst, alternative Bezugsquellen zu erschließen. Rund 80 Prozent der in den letzten Wochen nach Indien exportierten Mengen bestanden aus West Texas Intermediate-Midland Rohöl.

Zu den größten Abnehmern in Indien zählten laut den vorliegenden Daten die Unternehmen Indian Oil Corporation, Reliance Industries und Bharat Petroleum Corporation. Aufseiten der US-Lieferanten standen vor allem der Ölproduzent Occidental Petroleum, die Energiekonzerne Equinor und Exxon Mobil sowie das Handelshaus Gunvor. Die betroffenen Unternehmen reagierten nicht sofort auf Anfragen nach Stellungnahmen oder lehnten eine Kommentierung ab.

Neben Indien war auch Südkorea im vergangenen Monat ein wichtiger Abnehmer von US-Rohöl. Die Exporte dorthin erreichten ein Rekordniveau von 656.000 Barrel pro Tag. Diese Entwicklung war unter anderem darauf zurückzuführen, dass China einen zehnprozentigen Zoll auf US-Öl verhängt hatte, wodurch sich die Handelsströme verlagerten. Die Lieferungen aus den USA nach China gingen dadurch auf 76.000 Barrel pro Tag zurück, was zu den niedrigsten Mengen der vergangenen fünf Jahre zählt.

ÖlRohölIndienUSASanktionenRussland

Disclaimer