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US-Rinderpreise erreichen Rekordhoch zur Grillsaison 2026

Terminkontrakte für Lebendrind kletterten auf $2,51 pro Pfund – den höchsten Stand seit den 1960er-Jahren.

US-Rinderpreise erreichen Rekordhoch zur Grillsaison 2026

Die Rindfleischpreise in den USA haben ein historisches Allzeithoch erreicht – und das ausgerechnet zu Beginn der Grillsaison. Die an der CME Group gehandelten Terminkontrakte für Lebendrind (Live Cattle Futures) schlossen am Dienstag bei 2,51 US-Dollar pro Pfund. Laut Daten von FactSet ist dies der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1960er-Jahren. Jeder Kontrakt umfasst 40.000 Pfund Lebendrind, was in der Regel etwa 30 bis 35 schlachtreifen Tieren entspricht.

In den vergangenen zwölf Monaten sind die Rinderpreise um mehr als 25 Prozent gestiegen. Hauptursache ist eine drastisch geschrumpfte Herdengröße: Viehzüchter haben ihre Bestände reduziert, da sie mit steigenden Kosten zu kämpfen hatten. Der US-Rinderbestand ist derzeit so klein wie seit den 1950er-Jahren nicht mehr – damals war die US-Bevölkerung nur halb so groß wie heute.

Weniger Schlachtungen, weniger Produktion

Das knappe Angebot schlägt sich direkt in den Produktionszahlen nieder. Die Zahl der Rinderschlachtungen dürfte im März auf 2,2 Millionen Tiere gesunken sein, verglichen mit 2,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Dies geht aus Schätzungen von Barclays und Daten des US-Landwirtschaftsministeriums hervor. Die Rindfleischproduktion sank im gleichen Zeitraum um 300.000 Pfund auf 1,9 Millionen Pfund, so die Analyse der Bank.

Das begrenzte Angebot trieb den durchschnittlichen Einzelhandelspreis für Rinderhackfleisch im März auf etwa 6,70 US-Dollar pro Pfund – rund 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Das Bureau of Labor Statistics veröffentlichte diese Zahlen in seinem viel beachteten Verbraucherpreisindex. Der Preis für Rinderhackfleisch erreichte damit Rekordwerte, die bis ins Jahr 1984 zurückreichen.

Restaurants und Verbraucher unter Druck

Anders als Eier und Hühnerfleisch, deren Preise nach dem Ausbruch der Vogelgrippe im vergangenen Jahr wieder gesunken sind, zeigt Rindfleisch keine Entspannung. Sara Senatore von der Bank of America wies in einer Mitteilung an Kunden darauf hin, dass Restaurants aufgrund der Rindfleischinflation ein schwächeres flächenbereinigtes Umsatzwachstum – sogenannte Same-Store Sales – verzeichnen könnten. Besonders betroffen seien Ketten wie McDonald's, Chipotle, Shake Shack und Cracker Barrel, die in hohem Maße von Rindfleisch abhängig sind.

Barclays-Analyst Benjamin Theurer erklärte gegenüber Kunden, dass die Verbrauchernachfrage nach Rindfleisch trotz geringerer Produktionsmengen und des Preisdrucks stabil geblieben sei. Dies deutet darauf hin, dass die hohen Preise vorerst keine nennenswerte Nachfrageschwäche auslösen – was den Preisdruck weiter aufrechterhalten dürfte.

Landwirte kämpfen mit steigenden Kosten

Viehzüchter und Schlachthöfe sehen sich zusätzlich mit steigenden Kosten in anderen Bereichen konfrontiert. Düngemittel und Treibstoff sind teurer geworden. Fast 60 Prozent der US-Landwirte gaben in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage der American Farm Bureau Federation an, dass sich ihre finanzielle Lage angesichts der steigenden Preise verschlechtere. Viele der Befragten erklärten, sich nicht das gesamte für ihre Felder benötigte Düngemittel leisten zu können.

Für Verbraucher, die zum amerikanischen Feiertag Memorial Day Burger grillen möchten, bleibt der Preisschock nicht auf Rindfleisch beschränkt. Auch Tomaten verteuerten sich im März um rund 15 Prozent auf ein Niveau, das zuletzt vor mehr als acht Jahren erreicht wurde. Damit werden auch klassische Sommergerichte wie BLT-Sandwiches und Salate spürbar teurer.

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