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US-Richter stoppt texanisches Gesetz zur Festnahme von Migranten

Ein Bundesrichter blockiert per einstweiliger Verfügung wesentliche Teile des texanischen Migrationsgesetzes SB 4.

US-Richter stoppt texanisches Gesetz zur Festnahme von Migranten

Ein US-Bundesrichter hat am Donnerstag die texanischen Behörden daran gehindert, wesentliche Teile des umstrittenen Gesetzes SB 4 durchzusetzen. Das Gesetz würde es staatlichen Beamten erlauben, Personen festzunehmen und abzuschieben, die im Verdacht stehen, die Grenze zwischen den USA und Mexiko illegal überquert zu haben. Der in Austin ansässige US-Bezirksrichter David Ezra erließ eine einstweilige Verfügung – auf Ersuchen der American Civil Liberties Union (ACLU) und weiterer Gruppen.

Die ACLU und ihre Partner streben eine Sammelklage im Namen von Tausenden von Menschen an, die von den Bestimmungen des Gesetzes betroffen sein könnten. Richter Ezra, der einst vom republikanischen Präsidenten Ronald Reagan ernannt wurde, begründete seine Entscheidung klar: Das Landesrecht werde durch Bundesrecht verdrängt und stelle die seit langem bestehende Befugnis der Bundesregierung zur Kontrolle von Einwanderung, Einbürgerung und Abschiebungen unzulässig infrage.

„Auf der allgemeinsten Ebene steht SB 4 im Konflikt mit dem Bundes-Einwanderungsrecht, da es staatlichen Beamten die Befugnis verleiht, Bundesrecht ohne bundesstaatliche Aufsicht durchzusetzen", schrieb Ezra in seiner Begründung. Sprecher des republikanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton, dessen Behörde das Gesetz verteidigt, reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Hintergrund: Ein langer Rechtsstreit um SB 4

Das Gesetz aus dem Jahr 2023 war bereits zuvor Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Eine frühere einstweilige Verfügung, die noch während der Amtszeit des demokratischen Präsidenten Joe Biden erlassen worden war und die Durchsetzung von SB 4 verhinderte, wurde im April von einem Bundesberufungsgericht aufgehoben. Damit drohte das Gesetz in Kraft zu treten – was die neue Klage verhindern sollte.

Die Regierung des republikanischen Präsidenten Donald Trump hatte zudem ein Verfahren eingestellt, das die Biden-Regierung ursprünglich gegen das Gesetz angestrengt hatte. Einwanderungsrechtsgruppen, die ebenfalls geklagt hatten, scheiterten vor dem 5. US-Berufungsgericht – dieses kam zu dem Schluss, dass den Organisationen die notwendige Klagebefugnis fehlte.

Die neue, von der ACLU unterstützte Klage zielte darauf ab, dieses rechtliche Problem zu umgehen, indem sie stattdessen im Namen von Nicht-Staatsbürgern klagte, die direkt von vier Kernbestimmungen des Gesetzes betroffen sein könnten. Das Gesetz sollte ursprünglich am Freitag in Kraft treten.

Was SB 4 konkret vorsieht

Die blockierten Bestimmungen des Gesetzes umfassen unter anderem folgende Regelungen:

  • Es wird zur Straftat auf Landesebene, wenn jemand nach einer Abschiebung erneut in die USA einreist – selbst wenn eine bundesstaatliche Genehmigung vorliegt oder inzwischen eine Green Card erworben wurde.
  • Ermittlungsrichter in Texas erhalten die Befugnis, eigenständig Abschiebungsanordnungen zu erlassen.

Für deutsche Beobachter ist der Fall besonders aufschlussreich: Er verdeutlicht den in den USA grundlegenden Konflikt zwischen Bundesrecht und einzelstaatlichem Recht – dem sogenannten Föderalismusprinzip. Einwanderungspolitik ist in den Vereinigten Staaten traditionell Bundessache, weshalb Richter Ezra das texanische Gesetz als verfassungswidrig einstufte.

Die Anwälte der Kläger begrüßten das Urteil in einer gemeinsamen Erklärung. „Texas kann die US-Verfassung nicht außer Kraft setzen und sollte aufhören, Zeit mit dem Versuch zu verschwenden, dies zu tun", erklärten sie. Der Rechtsstreit um SB 4 dürfte damit noch nicht beendet sein – weitere Berufungsverfahren gelten als wahrscheinlich.

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