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US-Repräsentantenhaus schlägt neue Steuerregeln für Kryptowährungen vor

Der Steuerausschuss des US-Repräsentantenhauses hat Gesetzentwürfe veröffentlicht, die die Besteuerung digitaler Vermögenswerte grundlegend reformieren sollen.

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US-Repräsentantenhaus schlägt neue Steuerregeln für Kryptowährungen vor

Der Steuerausschuss des US-Repräsentantenhauses (House Ways and Means Committee) hat am Freitag mehrere Gesetzentwürfe vorgelegt, die die steuerliche Behandlung digitaler Vermögenswerte in den USA erheblich verändern würden. Die Entwürfe betreffen unter anderem die Meldepflichten für Gewinne und Verluste, die Besteuerung neu geschaffener Token sowie den Umgang mit Stablecoins. Dies berichtet Bloomberg News.

Besonders bedeutsam ist die geplante Neuregelung für Token, die durch Mining oder Staking entstehen. Nach den vorgeschlagenen Regeln würden solche Token erst beim tatsächlichen Verkauf als Einkommen gewertet – und nicht bereits zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Im Falle eines Verkaufs würden die erzielten Gewinne oder Verluste als ordentliches Einkommen behandelt, nicht als Kapitalerträge. Diese Unterscheidung ist steuerlich relevant, da ordentliches Einkommen in den USA in der Regel höher besteuert wird als Kapitalgewinne.

Vereinfachte Meldepflichten für Privatanleger

Ein weiterer Entwurf zielt auf eine deutliche Vereinfachung der Steuererklärung für Krypto-Investoren ab. Inhaber von viel gehandelten digitalen Vermögenswerten sollen künftig aggregierte Gewinne und Verluste für das gesamte Jahr melden dürfen, anstatt jede einzelne Transaktion separat zu versteuern. Diese Erleichterung gilt jedoch nicht für alle Marktteilnehmer: Händler, Dealer oder Nutzer, die mehr als 5.000 Transaktionen pro Jahr tätigen, sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Die Gesetzgebung enthält zudem gesonderte Bestimmungen für Stablecoins – also digitale Währungen, die ihren Wert an traditionelle Währungen wie den US-Dollar koppeln. Details zu diesen Sonderregelungen wurden in den veröffentlichten Entwürfen festgehalten, ohne dass konkrete Steuersätze oder Schwellenwerte genannt wurden.

Wash-Sale-Regeln und Mark-to-Market für Krypto

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Gesetzgebung ist die Einführung sogenannter Wash-Sale-Beschränkungen für Kryptowährungen. Bislang konnten Krypto-Investoren Verluste aus dem Verkauf eines Vermögenswerts steuerlich geltend machen und kurz darauf denselben Vermögenswert zurückkaufen – eine Praxis, die bei klassischen Wertpapieren bereits verboten ist. Der neue Entwurf würde dieses Schlupfloch schließen: Wer innerhalb von 30 Tagen einen im Wesentlichen identischen Vermögenswert erwirbt, darf den zuvor realisierten Verlust steuerlich nicht absetzen.

Darüber hinaus soll professionellen Händlern und Dealern von Kryptowährungen der Zugang zum sogenannten Mark-to-Market-Steuersystem ermöglicht werden. Dieses System, das bislang Wertpapierhändlern vorbehalten ist, besteuert jährliche unrealisierte Gewinne und Verluste. Für Händler kann dies vorteilhaft sein, da es ihnen erlaubt, Verluste mit Steuern auf anderes Einkommen zu verrechnen – ohne die übliche Beschränkung für Kapitalverluste, die für reguläre Anleger gilt.

Bedeutung für den deutschen Krypto-Markt

Für deutsche Anleger und Investoren, die in US-amerikanische digitale Vermögenswerte investieren oder auf US-Plattformen handeln, sind diese Entwicklungen von indirekter Relevanz. Die USA sind der weltweit größte Kryptomarkt, und regulatorische Änderungen dort beeinflussen häufig globale Markttrends sowie die Rahmenbedingungen für internationale Investoren. Zudem könnten die US-Regelungen als Vorlage für künftige europäische oder deutsche Gesetzgebung dienen, da auch hierzulande die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen – etwa beim Staking oder Mining – weiterhin diskutiert wird.

Die vorgeschlagenen Gesetzentwürfe müssen noch den weiteren Gesetzgebungsprozess im US-Kongress durchlaufen, bevor sie in Kraft treten können. Ob und in welcher Form die Regelungen letztlich verabschiedet werden, bleibt abzuwarten.

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