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US-Regionalsender für Sport stehen vor dem Aus trotz Rekordquoten

Das einst lukrative Geschäftsmodell der regionalen Sportsender in den USA bricht zusammen – mitten im Streaming-Zeitalter.

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US-Regionalsender für Sport stehen vor dem Aus trotz Rekordquoten

Regionale Sportnetzwerke (RSNs) in den USA stehen vor dem Ende. Obwohl Live-Sport nach wie vor die höchsten Einschaltquoten aller TV-Formate erzielt, bricht das klassische Pay-TV-Modell unter dem Druck der Streaming-Migration zusammen. Das Resultat: Millionen Fans könnten künftig keinen lokalen Zugang mehr zu Baseball-, Basketball- und Eishockeyspielen haben.

Im Zentrum der Krise steht Main Street Sports – ehemals bekannt als Fox Sports Networks. Das Unternehmen, das seit 2019 mehrere Eigentümer und seit 2021 verschiedene Namensänderungen durchlaufen hat, betreibt rund 15 Kanäle und hat zeitweise Spiele von 30 Teams aus MLB, NHL und NBA übertragen. Gespräche über einen Verkauf an Streaming-Plattformen wie DAZN und Fubo scheiterten laut informierten Kreisen ohne Ergebnis.

Zum Auftakt der MLB-Saison 2026 übernahm die Major League Baseball den Medienvertrieb für 14 Teams selbst – eine direkte Folge der drohenden Abwicklung von Main Street. Teams wie die Los Angeles Angels und die Atlanta Braves produzierten und vertrieben ihre Übertragungen eigenständig.

Liquidation nach dem Saisonende geplant

Die laufenden Saisons der NBA und NHL sollen noch über die aktuellen Netzwerke – die nun unter dem Namen FanDuel Sports Networks firmieren – zu Ende geführt werden. Nach Abschluss der regulären NBA-Saison und der ersten Runde der NHL-Playoffs plant Main Street jedoch, den Prozess der Geschäftsbeendigung einzuleiten. Das berichtet eine mit den Verhandlungen vertraute Person, die anonym bleiben wollte.

Für die betroffenen NBA- und NHL-Teams ist die Zukunft noch offen. Einige könnten laut Insidern bei Rundfunkbetreibern wie Scripps unterkommen, die lokale Übertragungsrechte erwerben wollen. Doch ein vollständiger Ersatz für das RSN-Modell ist bislang nicht in Sicht.

Das Ende der RSNs trifft vor allem die MLB hart. Die Liga war jahrzehntelang auf die hohen Lizenzgebühren der Regionalnetzwerke angewiesen – für einige der teuersten Lokalrechte im amerikanischen Profisport. Teams, die das RSN-Modell bereits verlassen haben, setzen auf Direct-to-Consumer-Streaming-Apps mit vergleichsweise hohen Abo-Kosten sowie auf Vereinbarungen mit Rundfunksendern. Laut Brancheninsidern reichen die damit erzielten Werbeeinnahmen bei der MLB jedoch bei weitem nicht aus.

Auch große Märkte unter Druck

Das Problem beschränkt sich nicht auf kleinere Märkte. MSG Network, das Spiele der New York Knicks, der New York Rangers, der Buffalo Sabres und der New Jersey Devils überträgt, musste im vergangenen Jahr eine massive Schuldenlast refinanzieren. Ein wochenlanger Einspeisestreit führte zu einem fast zweimonatigen Sendeausfall. Eine Insolvenz konnte das von James Dolan kontrollierte Unternehmen letztlich abwenden.

Auch SNY, der regionale Sender der New York Mets, prüfte laut informierten Kreisen im vergangenen Jahr einen möglichen Verkauf. Zu einem Abschluss kam es jedoch nicht. Die Lage verdeutlicht: Selbst Sender in den größten US-Medienmärkten stehen vor denselben strukturellen Herausforderungen – wenn auch mit etwas mehr Puffer als kleinere Netzwerke.

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