US-Regierung fordert Rückzug von Diversitätsprogrammen
Auch deutsche Firmen erhalten Schreiben mit Forderung zur Abkehr von Gleichstellungsinitiativen

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat Unternehmen weltweit dazu aufgefordert, sich von Diversitäts- und Gleichstellungsprogrammen zu distanzieren. Auch deutsche Firmen sind inzwischen von dieser Maßnahme betroffen. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) mitteilte, haben rund zwei Dutzend in Deutschland ansässige Unternehmen entsprechende Schreiben von der US-Botschaft in Berlin erhalten. In diesen Schreiben wird gefordert, dass die Unternehmen bestätigen, den neuen US-Vorschriften zur Einschränkung von Programmen für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion zu entsprechen.
Ähnliche Aufforderungen wurden zuvor bereits an Firmen in Frankreich und Spanien verschickt. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen Fragenkatalog, der teilweise von den Tochtergesellschaften zur Prüfung an die jeweiligen Zentralen in Deutschland weitergeleitet wurde. Die DIHK sieht in diesem Vorgehen zusätzliche Irritationen im ohnehin angespannten Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Europa. Hintergrund ist ein bereits bestehender Handelskonflikt, der durch diese neuen Maßnahmen weiter verschärft werden könnte.
Die tatsächlichen Auswirkungen dieser Schreiben auf deutsche Unternehmen sind laut DIHK derzeit noch gering. Insbesondere Vertragspartner von US-Botschaften und Regierungsstellen könnten direkt betroffen sein. Konkrete Folgen seien bisher jedoch nicht erkennbar. In der Praxis seien keine größeren Veränderungen beobachtet worden. Dennoch sorgt das Vorgehen der US-Regierung für Verunsicherung bei den betroffenen Unternehmen.
Bereits im Januar hatte Präsident Trump US-Ministerien und Bundesbehörden angewiesen, alle Programme zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion politisch motiviert einzustellen. Diese Entscheidung stößt in mehreren europäischen Ländern auf Unverständnis und Kritik. In Frankreich und Spanien sorgten Medienberichte über entsprechende Aufforderungen an Unternehmen für Empörung.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die DIHK raten Unternehmen dazu, die Forderungen der US-Regierung nicht umzusetzen. Beide Institutionen betonen, dass Programme zur Förderung von Vielfalt und Chancengleichheit wesentlich zur Innovationskraft und Produktivität von Unternehmen beitragen. Solche Maßnahmen seien zudem ein wichtiger Faktor bei der Gewinnung und Bindung qualifizierter Fachkräfte.
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Zur AktienanalyseGleichzeitig weisen die Verbände darauf hin, dass Unternehmen im Ausland der jeweiligen nationalen Rechtsprechung unterliegen. Die Entscheidung über die Umsetzung der US-Forderungen müsse daher auf Grundlage der individuellen Lage jedes Unternehmens getroffen werden. Viele deutsche Firmen haben sich bereits konzernweit zu Diversitätsprinzipien bekannt.


