US-Privatsektor schafft im Mai 122.000 neue Stellen
Der stärkste Stellenzuwachs seit Januar 2025 übertrifft die Erwartungen – acht von zehn Teilsektoren legen zu.

Der US-amerikanische Privatsektor hat im Mai 122.000 neue Stellen geschaffen und damit die Konsensschätzung der Analysten von 118.000 übertroffen. Das geht aus dem monatlichen ADP-Bericht hervor, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Es handelt sich um den stärksten Stellenzuwachs seit Januar 2025 und ein deutliches Signal für die anhaltende Robustheit des amerikanischen Arbeitsmarktes.
Die Daten kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt: Marktteilnehmer und die US-Notenbank Federal Reserve richten ihren Fokus angesichts steigender Ölpreise infolge des anhaltenden Nahostkonflikts verstärkt auf die Inflation. Der starke Arbeitsmarkt gibt der Fed dabei Spielraum, sich auf den Inflationsschock zu konzentrieren, der aus dem Iran-Krieg resultiert.
Breite Erholung über fast alle Sektoren
Besonders bemerkenswert ist die Breite des Stellenwachstums: In acht der zehn von ADP erfassten Teilsektoren der US-Privatwirtschaft wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. Lediglich in den Bereichen Rohstoffe und Bergbau sowie im Informationssektor gab es Rückgänge. Den mit Abstand größten Zuwachs verzeichneten Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen mit 57.000 neu geschaffenen Stellen im Mai.
„Die Neueinstellungen waren im Mai breiter gefächert als in den letzten Jahren. Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine anhaltende Dynamik zu Beginn der Sommersaison", erklärte Nela Richardson, Chefökonomin bei ADP, in einer offiziellen Stellungnahme. Diese breite Verteilung des Wachstums gilt unter Ökonomen als besonders positives Zeichen für die Stabilität des Arbeitsmarktes.
Nach Anzeichen einer Abkühlung zu Beginn des Jahres scheint sich das US-Stellenwachstum seit März kräftig erholt zu haben. Ryan Detrick, Chefmarktstratege der Carson Group, kommentierte die Zahlen auf der Plattform X: „Ein weiterer Beweis dafür, dass sich der Arbeitsmarkt verbessert, was im zweiten Halbjahr wahrscheinlich ein großes Thema sein wird, wenn sich dieser Trend fortsetzt."
Blick auf den Freitags-Bericht
Die ADP-Daten gelten traditionell als Vorgeschmack auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht. Der am Freitag anstehende Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – der sogenannte Non-Farm Payrolls – wird einen weiteren wichtigen Hinweis auf den Zustand des amerikanischen Arbeitsmarktes liefern. Investoren weltweit beobachten diesen Bericht als einen der wichtigsten Konjunkturindikatoren für die größte Volkswirtschaft der Welt.
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Zur AktienanalyseDie US-Aktienmärkte reagierten auf die ADP-Daten kaum. Die Futures zeigten nur minimale Bewegung, da sich Händler vor allem auf die Entwicklungen im Nahen Osten konzentrierten. Für deutsche Anleger, die über ETFs in den amerikanischen Markt investieren, sind solche Arbeitsmarktdaten dennoch von großer Bedeutung, da sie die Zinspolitik der Fed und damit die Bewertung von US-Aktien maßgeblich beeinflussen.
Wer breit in den US-Markt investieren möchte, kann dies unter anderem über folgende börsengehandelte Fonds tun, die den S&P 500 abbilden:
- SPDR® S&P 500® ETF Trust
- Vanguard S&P 500 ETF
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