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US-Post will Wählerdaten für Briefwahl verbindlich vorschreiben

Der USPS schlägt neue Regeln vor, die Bundesstaaten zur Übermittlung von Wählerdaten bei Bundeswahlen verpflichten würden.

US-Post will Wählerdaten für Briefwahl verbindlich vorschreiben

Der U.S. Postal Service (USPS) hat am Freitag neue Regeln vorgeschlagen, die Bundesstaaten dazu verpflichten würden, Wählerdaten für Briefwahlunterlagen bei Bundeswahlen bereitzustellen. Der Schritt erfolgte einen Tag, nachdem ein Bundesrichter es abgelehnt hatte, ein entsprechendes Dekret von Präsident Donald Trump zur Verschärfung der Briefwahlregeln unmittelbar zu blockieren.

Der Vorschlag sieht konkret vor, dass die Bundesstaaten dem Postal Service Namen und Adressen jener Wähler übermitteln, die Briefwahl- oder Abwesenheitswahlunterlagen erhalten. Zusätzlich sollen eindeutige Barcodes bereitgestellt werden, die mit den ausgehenden und eingehenden Wahlumschlägen jedes einzelnen Wählers verknüpft sind. Der USPS erklärte, die Regelung würde dabei helfen festzustellen, wie viele Stimmzettel verschickt wurden, und es den Behörden ermöglichen, diese Zahl mit der Anzahl der zurückgegebenen Stimmzettel zu vergleichen, um potenzielle Probleme für weitere Untersuchungen zu erkennen.

Neue Verbindlichkeit statt bloßer Empfehlung

Mit dem Vorschlag vollzieht der USPS einen bedeutenden Kurswechsel: Statt Praktiken für den Versand von Wahlunterlagen lediglich zu empfehlen, sollen diese für Bundeswahlen künftig verbindlich vorgeschrieben werden. Die Regelung würde offizielle Logos, Tracking-Barcodes sowie ein Meldesystem erfordern, das Wähler mit spezifischen Umschlägen verknüpft. Über ein neu zu schaffendes „Federal Ballot Mail Portal" würde der USPS bundesstaatsspezifische Listen zur Briefwahlbeteiligung erstellen.

Der Vorschlag würde es dem USPS zudem ermöglichen, ausgehende Wahlunterlagen für Bundeswahlen zurückzuweisen, die den neuen Standards nicht entsprechen oder nicht mit den von den Bundesstaaten übermittelten Wählerlisten verknüpft sind. Anwendung finden soll die Regelung bei allgemeinen Wahlen, Nachwahlen und Stichwahlen auf Bundesebene. Ausgenommen wären hingegen Vorwahlen sowie Stimmzettel, die an Militärangehörige und Auslandsamerikaner versandt werden.

Wichtig für das Verständnis des politischen Kontexts: Die Bundesstaaten würden weiterhin die Kontrolle darüber behalten, wer zur Briefwahl berechtigt ist. Die US-Verfassung weist den Bundesstaaten die Aufsicht über die meisten wahlbezogenen Funktionen zu — nicht der Bundesregierung. Genau dieser Punkt ist der Kern des politischen Streits um die neuen Regeln.

Hintergrund: Trumps Wahlreform-Dekret

Die vorgeschlagene Regelung folgt auf ein Dekret von Präsident Trump vom 31. März zu Wahlen, das den USPS anwies, ein Verordnungsverfahren für Briefwahl- und Abwesenheitswahldienste einzuleiten. Ein Bundesrichter lehnte es am Donnerstag ab, die Briefwahlbestimmungen des Dekrets sofort zu blockieren, da er die Anfechtung als verfrüht erachtete — die Behörden hatten die Regelungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht umgesetzt.

Das Urteil des Richters lässt jedoch die Möglichkeit offen, dass Demokraten die Richtlinie erneut anfechten könnten, sobald die Regierung weitere Schritte zur Umsetzung unternimmt. Demokraten und viele Stimmrechtsgruppen argumentieren, dass Trumps Dekret in die Zuständigkeit der Bundesstaaten für Wahlen eingreife und die Briefwahl erschweren könnte. Die Regierung hingegen hat Schritte zur Verschärfung des Prozesses stets als Maßnahmen zur Sicherung der Wahlintegrität verteidigt.

Die vorgeschlagene Regelung soll am 2. Juni im Bundesregister („Federal Register") veröffentlicht werden. Öffentliche Stellungnahmen können bis 30 Tage nach der Veröffentlichung eingereicht werden. Der USPS selbst reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

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