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US-Pensionsfonds droht TotalEnergies mit Verkauf wegen Windkraft-Rückzug

Der New York State Common Retirement Fund bewertet seine TotalEnergies-Beteiligung neu – nach dem 928-Millionen-Dollar-Deal mit der Trump-Regierung.

US-Pensionsfonds droht TotalEnergies mit Verkauf wegen Windkraft-Rückzug

Der New York State Common Retirement Fund, einer der größten Pensionsfonds der USA, erwägt den Verkauf seiner Anteile an TotalEnergies. Auslöser ist die Entscheidung des französischen Ölkonzerns, rund 928 Millionen US-Dollar von der Regierung Donald Trumps anzunehmen und im Gegenzug zwei Offshore-Windpachtverträge in US-Gewässern aufzugeben. Der Fonds hält eine Beteiligung im Wert von 1,6 Millionen US-Dollar an Total.

In einem Brief an TotalEnergies-Chef Patrick Pouyanné, der der Financial Times vorliegt, schreibt Thomas DiNapoli, Comptroller des Staates New York und Treuhänder des Pensionsfonds, die Entscheidung werfe „erhebliche Bedenken" hinsichtlich der strategischen Konsistenz, der Finanzdisziplin und des Risikomanagements auf. DiNapoli betont: „TotalEnergies hatte angestrebt, eine führende Rolle bei der Energiewende einzunehmen; nun rätseln die Investoren darüber, wie der Vorstand zu dieser Entscheidung kam, diese Strategie aufzugeben."

Trumps Offensive gegen Offshore-Wind

Das US-Innenministerium hatte im März erklärt, es werde Total 928 Millionen US-Dollar zahlen – den Gegenwert der beiden Pachtverträge, die das Unternehmen zur Entwicklung von Offshore-Windprojekten vor den Küsten von New York und North Carolina erworben hatte. Total will das Geld stattdessen in Projekte für fossile Brennstoffe investieren. Das Ministerium gab zudem an, Gespräche mit weiteren Unternehmen zu führen, um ähnliche Vereinbarungen zu erzielen.

Trump hat den Stopp der Offshore-Windindustrie zu einer zentralen Säule seiner zweiten Amtszeit gemacht. Er erließ mehrere Baustopp-Anordnungen und führte nationale Sicherheitsbedenken an. Diese Versuche scheiterten jedoch vor Bundesgerichten, was zu direkten Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und den betroffenen Unternehmen führte.

Parallel dazu richtete die California Energy Commission eine formelle Aufforderung zur Informationsherausgabe an Golden State Wind. Dabei geht es um eine 120 Millionen US-Dollar schwere Vereinbarung des Unternehmens mit der Trump-Regierung zur Beendigung seines eigenen Offshore-Windpachtvertrags.

Investoren zwischen politischen Fronten

Obwohl die Beteiligung des New Yorker Pensionsfonds an Total mit 1,6 Millionen US-Dollar vergleichsweise gering ist und ein Verkauf vor allem symbolischen Charakter hätte, verdeutlicht der Vorgang den wachsenden Druck auf Energieunternehmen. Sie geraten zunehmend in eine Zwickmühle zwischen konkurrierenden politischen Kräften: Während Republikaner erneuerbare Energien blockieren wollen, fördern Demokraten diese aktiv.

DiNapoli fordert in seinem Brief Klarheit darüber, wie Total die „rechtlichen und regulatorischen Risiken" der Annahme der Zahlung bewertet hat – einschließlich des Risikos, dass diese unter einer künftigen politischen Führung rückgängig gemacht werden könnte. Der Fonds, der per Februar 2026 ein verwaltetes Vermögen von 298 Milliarden US-Dollar ausweist, bewertet das Handeln von Unternehmensvorständen in Klimafragen auch im Rahmen seiner Stimmrechtsausübung.

TotalEnergies hatte sich eigentlich ambitionierte Klimaziele gesetzt: Bis 2030 will das Unternehmen 120 Terawattstunden Strom produzieren, hauptsächlich aus Wind- und Solarenergie. Bis 2050 soll der Anteil kohlenstoffarmer Energien am Energiemix auf 75 Prozent steigen. Der Deal mit der Trump-Regierung stellt diese Strategie nun grundlegend in Frage – und bringt das Unternehmen unter wachsenden Druck seitens institutioneller Investoren. TotalEnergies reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

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