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US-Olympionike David Hearn wegen Sachbeschädigung am Reflecting Pool angeklagt

Eine Grand Jury in Washington, D.C. klagt den dreimaligen Olympiateilnehmer und Kanuten wegen vorsätzlicher Beschädigung an.

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US-Olympionike David Hearn wegen Sachbeschädigung am Reflecting Pool angeklagt

Der US-amerikanische Olympionike und Kanute David Hearn steht vor Gericht. Eine Grand Jury in Washington, D.C. hat den 67-Jährigen wegen Sachbeschädigung am Reflecting Pool des Lincoln Memorials angeklagt. US-Staatsanwältin Jeanine Pirro gab die Anklage am Donnerstag bekannt.

Laut Anklageschrift soll Hearn am 19. Juni vorsätzlich und „gewaltsam" ein etwa zwei Quadratfuß großes Stück Dichtungsmaterial am Becken des Reflecting Pools herausgerissen haben. Der Reflecting Pool ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der US-Hauptstadt und liegt direkt vor dem Lincoln Memorial auf der National Mall. Die Renovierung des Pools war in diesem Jahr eine der erklärten Prioritäten von Präsident Donald Trump.

Hearns Version der Ereignisse

Hearn selbst schilderte den Vorfall gegenüber der „Washington Post" nach seiner ersten Festnahme anders. Er sei mit dem Fahrrad unterwegs gewesen und habe am Reflecting Pool angehalten, um ihn zu betrachten. Dabei habe er ins Wasser gegriffen, um zu fühlen, wie sich ein bereits teilweise abgelöstes Stück der blauen Auskleidung anfühle – woraufhin er festgenommen wurde.

Staatsanwältin Pirro widersprach dieser Darstellung auf einer Pressekonferenz deutlich. „Dies war ein vorsätzlicher Akt zur Beschädigung des Reflecting Pools an der National Mall, für dessen Restaurierung Mitarbeiter des National Park Service hart gearbeitet haben und dessen Zeugen sie wurden", erklärte sie. Zudem soll Hearn eine Mitarbeiterin des Park Service angeschrien und ihr gesagt haben, sie kümmere sich zu sehr um den Reflecting Pool, als diese ihn aufforderte aufzuhören.

Hearns Anwälte, Norm Eisen und Mary Dohrmann, wiesen die Vorwürfe in einer Stellungnahme klar zurück: „Davey Hearn ist unschuldig."

Schwere Anklage mit hohem Strafmaß

Die Anklage wiegt schwer: Da es sich um einen im District of Columbia erhobenen schweren Straftatbestand handelt, droht Hearn im Falle einer Verurteilung eine Höchststrafe von bis zu zehn Jahren Gefängnis. Bereits am 19. Juni war er zunächst wegen eines Vergehens festgenommen worden – die Grand Jury hat die Anklage nun auf einen Verbrechenstatbestand hochgestuft.

Pirro betonte, der Reflecting Pool gehöre zu den nationalen Wahrzeichen und Denkmälern, „die uns allen gehören". Sie gab zudem bekannt, dass ihr Büro derzeit etwa sechs weitere Fälle von mutmaßlichem Vandalismus am Reflecting Pool bearbeite.

Der Fall sorgte auch politisch für Aufsehen. Ein Reporter fragte Pirro auf der Pressekonferenz, wie sie die Anklage gegen Hearn mit Trumps Begnadigung von mehr als tausend Personen vereinbare, die am Aufstand am US-Kapitol vom 6. Januar 2021 beteiligt waren. Jener Aufstand hatte zur Verschiebung einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses geführt, die Trumps Niederlage bei der Präsidentschaftswahl 2020 gegen den ehemaligen Präsidenten Joe Biden bestätigen sollte.

David Hearn ist in der Kanu-Welt keine unbekannte Größe. Der Athlet nahm dreimal an Olympischen Spielen teil und gehört damit zur Elite seines Sports. Nun steht er vor einem juristischen Verfahren, das sein öffentliches Ansehen erheblich belasten könnte.

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