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US-Ölkonzerne vor Rekordgewinnen – Konflikt mit Trump droht

Exxon und Chevron erwarten Quartalsgewinne auf höchstem Stand seit 2022 – während Trump niedrigere Benzinpreise fordert.

US-Ölkonzerne vor Rekordgewinnen – Konflikt mit Trump droht

US-Ölkonzerne stehen vor der Bekanntgabe ihrer stärksten Quartalsgewinne seit Jahren. Branchenriesen wie Exxon Mobil und Chevron dürften in den kommenden Wochen Gewinne für das zweite Quartal ausweisen, die mehr als das Dreifache des Niveaus aus dem ersten Quartal betragen. Damit zeichnet sich ein wachsender Konflikt mit Präsident Donald Trump ab, der die Branche unter Druck setzt, die Benzinpreise zu senken.

Ausgelöst wurde der Preisanstieg durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran, der Ende Februar begann und das weltweite Kraftstoffangebot deutlich verknappt hat. Die Ölpreise stiegen daraufhin sprunghaft an. Analysten prognostizieren, dass die Gewinne der Ölunternehmen auf den höchsten Stand seit 2022 klettern werden – einem Jahr, das bereits durch außergewöhnlich hohe Energiepreise geprägt war.

Trumps Ziel: Benzin für 2,50 Dollar pro Gallone

Seit der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus im vergangenen Monat hat Trump ein klares Ziel ausgegeben: Der nationale Durchschnittspreis für Benzin soll auf etwa 2,50 US-Dollar pro Gallone fallen. Zum Vergleich: Aktuell liegt der Durchschnitt bei rund 3,85 Dollar – und damit etwa 11 Prozent unter dem Tiefstand seiner laufenden Amtszeit. Trumps Forderung ist damit äußerst ambitioniert.

Die Regierung hat bereits konkrete Schritte eingeleitet. Das US-Justizministerium wurde aufgefordert, mögliche Preistreiberei bei Benzin zu untersuchen. Finanzminister Scott Bessent warnte Produzenten und Raffinerien zudem, dass das Weiße Haus administrative Maßnahmen in Betracht ziehen könnte, falls die Preise an den Zapfsäulen nicht deutlich sinken.

Politischer Sprengstoff vor den Zwischenwahlen

Der erwartete Gewinnsegen der Ölbranche kommt politisch zur Unzeit. Die hohen Benzinpreise haben die Zustimmungswerte Trumps belastet, da nur wenige Amerikaner der Meinung waren, dass der Iran-Krieg seine Kosten wert sei. Gleichzeitig nutzen die Demokraten das Thema Bezahlbarkeit, um vor den Zwischenwahlen im November Boden gutzumachen und die Kontrolle über den US-Kongress zurückzugewinnen.

Besonders brisant ist die Situation, weil die Ölindustrie traditionell ein wichtiger finanzieller Unterstützer von Trump und der Republikanischen Partei ist. Das normalerweise enge Verhältnis zwischen der Regierung und „Big Oil" steht nun auf dem Prüfstand. Ein Branchenvertreter, der anonym bleiben wollte, bestätigte gegenüber Reuters die angespannte Lage: „Die Branche tauscht sich definitiv aus und überlegt, wie man damit umgehen soll, aber wir wissen, was auf uns zukommt. Wir verstehen die politische Dimension."

Für deutsche Anleger: Energiesektor im Fokus

Für deutsche Privatanleger, die in US-Energieaktien investiert sind oder dies erwägen, ist die Situation zweischneidig. Einerseits deuten die erwarteten Rekordgewinne auf starke Quartalsergebnisse hin. Andererseits könnte politischer Druck aus Washington – sei es durch regulatorische Eingriffe oder Preiskontrollen – die Gewinnaussichten der Konzerne mittelfristig trüben. Die Entwicklung der Benzinpreise in den USA und der weitere Verlauf des Iran-Konflikts bleiben dabei die entscheidenden Variablen.

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