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US-Ölkonzerne prüfen Venezuela-Rückkehr nach Maduro-Sturz

Nach der Absetzung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sondieren ExxonMobil, Chevron und ConocoPhillips eine Rückkehr in das südamerikanische Land. Die Trump-Administration plant weitreichende Sanktionslockerungen.

US-Ölkonzerne prüfen Venezuela-Rückkehr nach Maduro-Sturz

Nach der Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte prüfen amerikanische Ölriesen eine Rückkehr in das rohstoffreiche Land. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump diskutierten Vertreter von ExxonMobil, Chevron und ConocoPhillips ihre Zukunftspläne für Venezuela. Die Trump-Administration plant parallel dazu umfassende Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stabilisierung.

ExxonMobil fordert rechtliche Garantien

ExxonMobil-CEO Darren Woods bezeichnete Venezuela als derzeit "nicht investierbar" und forderte erhebliche rechtliche Reformen. Das Unternehmen verlangt dauerhafte Investitionsschutzgarantien und eine Reform des venezolanischen Kohlenwasserstoffgesetzes. Woods verwies darauf, dass Exxon bereits zweimal enteignet worden sei. Bevor Investitionen fließen können, müsse ein technisches Team die aktuellen Zustände der Industrie und Vermögenswerte bewerten können.

Chevron bereit für sofortige Produktionssteigerung

Chevron, als einzige große US-Ölfirma derzeit in Venezuela tätig, signalisiert sofortige Handlungsbereitschaft. Vizepräsident Mark Nelson erklärte, das Unternehmen könne die Ölabzüge aus seinen Joint Ventures mit der staatlichen PDVSA sofort um 100 Prozent erhöhen. Innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate sei eine Produktionssteigerung von etwa 50 Prozent im Rahmen der eigenen Investitionspläne möglich.

ConocoPhillips pocht auf Schuldentilgung

ConocoPhillips-CEO Ryan Lance machte eine Rückkehr von einer Umstrukturierung der PDVSA abhängig. Das Unternehmen ist einer der größten nicht-staatlichen Gläubiger Venezuelas. Venezuela schuldet ExxonMobil und ConocoPhillips zusammen über 13 Milliarden US-Dollar für Enteignungen zwischen 2004 und 2007. Trump versprach Lance, dass ein Großteil des Geldes zurückgezahlt werde. ConocoPhillips versucht derzeit, ausstehende Forderungen durch die Verwertung ausländischer PDVSA-Vermögenswerte einzutreiben, darunter die Auktion der Citgo Petroleum-Muttergesellschaft in Delaware.

Sanktionslockerungen ab nächster Woche geplant

US-Finanzminister Bessent kündigte an, dass bereits "nächste Woche" weitere Sanktionen aufgehoben werden könnten. Die Maßnahmen sollen die Rückkehr der US-Ölproduzenten erleichtern und die venezolanische Wirtschaft stabilisieren. Präsident Trump unterzeichnete ein Exekutivdekret, das Gerichten und Gläubigern untersagt, in US-Konten gehaltene venezolanische Öleinnahmen zu beschlagnahmen.

Milliardenhilfen durch IWF-Gelder möglich

Fast 5 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Sonderziehungsrechten Venezuelas beim Internationalen Währungsfonds könnten für den Wiederaufbau mobilisiert werden. Venezuela verfügt über rund 3,59 Milliarden SZR (etwa 4,9 Milliarden US-Dollar), die derzeit nicht zugänglich sind. Das US-Finanzministerium prüft Änderungen, die die Rückführung von Verkaufserlösen aus gelagertem Öl nach Venezuela erleichtern würden.

Bessent, der den dominanten US-Anteil an IWF und Weltbank kontrolliert, bestätigte, dass beide Institutionen bereits Kontakt aufgenommen hätten. Das Finanzministerium wäre bereit, Venezuelas SZR in Dollar umzuwandeln. Der IWF hat seit über zwei Jahrzehnten keine formelle Bewertung der venezolanischen Wirtschaft mehr durchgeführt.

Umschuldung von 150 Milliarden Dollar im Fokus

Die US-Sanktionen hatten internationale Banken daran gehindert, mit der venezolanischen Regierung Geschäfte zu tätigen. Dies galt als Hindernis für eine komplexe Umschuldung in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar, die als Schlüssel zur Rückkehr von Privatkapital angesehen wird. Bessent sieht auch eine Rolle für die US-Export-Import-Bank bei der Garantierung von Finanzierungen für den venezolanischen Ölsektor.

Die drei US-Ölkonzerne waren jahrzehntelang wichtige Partner der PDVSA und trugen zur Entwicklung des riesigen Orinoco-Gürtels bei. Bessent äußerte die Erwartung, dass kleinere, privat gehaltene Unternehmen schnell in den Ölsektor zurückkehren würden, auch wenn einige Majors noch zögern.

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