US-Öldienstleister vor schwerem Jahr
Fallende Preise, Investitionskürzungen und Zölle belasten Bohraktivitäten und Geschäftserwartungen

Mehrere führende US-Dienstleister der Öl- und Gasbranche bereiten sich auf ein schwieriges Jahr 2025 vor. Grund dafür ist ein deutlicher Rückgang der Ölpreise, der viele Produzenten dazu veranlasst, ihre Bohraktivitäten zu drosseln und ihre Investitionen zu überdenken. Die Unternehmen SLB, Halliburton und Baker Hughes berichteten in ihren Quartalsberichten von zurückhaltenden Ausgaben ihrer Kunden, insbesondere in Nordamerika, und einer insgesamt geringeren Planungssicherheit.
Die Ölpreise sind zuletzt auf etwa 55 US-Dollar pro Barrel gefallen, was einem deutlichen Rückgang gegenüber den rund 78 Dollar entspricht, die beim Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar notiert wurden. Analysten von Raymond James erklärten, dass Produzentenbudgets erstmals seit mehreren Jahren ernsthaft unter Druck geraten seien, da sich die Preise außerhalb der zuvor stabilen Spanne bewegten. Viele Unternehmen haben signalisiert, dass Bohrungen bei Preisen unter 65 Dollar pro Barrel nicht mehr rentabel seien. Brent-Öl wurde zuletzt bei etwa 63 Dollar gehandelt.
Mehrere Produzenten haben daraufhin bereits konkrete Kürzungen angekündigt. So reduzierte Diamondback Energy sein Investitionsbudget für das Jahr 2025 um 400 Millionen US-Dollar und plant, weniger Bohrungen und Fertigstellungen durchzuführen. Coterra Energy kündigte an, die Anzahl der Bohranlagen im Permian-Becken in der zweiten Jahreshälfte um 30 Prozent zu senken. Diese Maßnahmen könnten sich direkt auf die Dienstleister auswirken, die Ausrüstung, Personal und Bohrgeräte bereitstellen.
Laut Halliburton-CEO Jeff Miller überprüfen Kunden derzeit ihre Planungen für 2025. Dies könne zu mehr Leerlaufzeiten bei den Flotten führen oder dazu, dass Geräte ins Ausland verlagert oder außer Betrieb genommen werden. Analysten von Jefferies sehen, dass sich die Verzögerungen in Nordamerika inzwischen auch auf das zweite Quartal ausgedehnt haben, während internationale Projekte ebenfalls langsamer anlaufen.
SLB meldete verzögerte Projektstarts in Mexiko und Saudi-Arabien und rechnet nun mit einem Rückgang der weltweiten Investitionen in die Öl- und Gasförderung im Jahr 2025. Baker Hughes prognostiziert einen Rückgang der Ausgaben in Nordamerika im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sowie internationale Kürzungen im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.
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Zur AktienanalyseZudem sorgen internationale Handelskonflikte für zusätzliche Unsicherheiten. Die damit verbundenen Zölle treiben die Ausrüstungskosten in die Höhe. Halliburton rechnet mit einem negativen Einfluss von zwei bis drei US-Cent pro Aktie im zweiten Quartal, während Baker Hughes einen möglichen EBITDA-Rückgang von 100 bis 200 Millionen US-Dollar für 2025 angibt, sollte die aktuelle Zollpolitik bestehen bleiben.


