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US-Märkte unter Druck: Tech-Verluste und Iran-Spannungen belasten

Technologiesektor bremst Wall Street, während Indonesien mit Notfall-Zinserhöhung die Märkte überrascht und globale Inflationsdaten bevorstehen.

US-Märkte unter Druck: Tech-Verluste und Iran-Spannungen belasten

Die US-Aktienmärkte gaben am Dienstag größtenteils nach. Belastet wurde die Stimmung durch deutliche Kursverluste im Technologiesektor sowie durch neue geopolitische Spannungen nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers durch den Iran. Anleger verarbeiteten zudem starke Handelsdaten wichtiger Volkswirtschaften und bereiteten sich auf die am Mittwoch anstehenden US-Inflationsdaten vor.

Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent, der technologielastige Nasdaq gab um 1 Prozent nach. Innerhalb des S&P 500 entwickelten sich neun der elf Sektoren positiv – angeführt vom Immobiliensektor mit einem Plus von 2 Prozent. Technologiewerte verloren hingegen 2 Prozent, Energietitel 1,6 Prozent. Besonders hart traf es einzelne Aktien: Super Micro Computer büßte 8 Prozent ein, Qualcomm 6 Prozent und Dell 5 Prozent. Der Halbleiterindex SOX verlor ebenfalls 2 Prozent. Positiv stach Home Depot mit einem Anstieg von 4 Prozent hervor.

Das Bild an den asiatischen Märkten war dagegen freundlicher. Südkorea legte beeindruckende 9 Prozent zu, China gewann 3 Prozent und Japan 2 Prozent. Europäische Märkte und der britische Aktienmarkt schlossen hingegen im Minus. Auch Peru fiel positiv auf: Der dortige Markt stieg um 4 Prozent, der peruanische Sol legte um 2 Prozent zu – der stärkste Tagesgewinn seit fünf Jahren.

Indonesien überrascht mit Notfall-Zinserhöhung

Für Aufsehen sorgte die indonesische Zentralbank Bank Indonesia mit einer unerwarteten Notfall-Zinserhöhung zwischen den regulären Sitzungen. Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent angehoben, um die Rupiah zu stabilisieren, die zuvor eine Reihe von Rekordtiefs erreicht hatte. Die Rupiah verzeichnete daraufhin den stärksten Anstieg seit September.

Dieser Schritt spiegelt den wachsenden Druck wider, unter dem viele Schwellenländer aufgrund steigender Energieimportkosten und abwertender Landeswährungen stehen – besonders in Asien. Sri Lanka hatte kürzlich bereits um 100 Basispunkte erhöht. Die Frage, welches Land als nächstes handeln könnte, beschäftigt Marktbeobachter zunehmend.

An den Anleihemärkten sanken die US-Renditen am kurzen Ende um 3 Basispunkte. Eine Auktion 3-jähriger Anleihen wies einen historisch hohen sogenannten „Tail" auf – also eine Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Auktionsergebnis –, stieß aber dennoch auf ordentliche Nachfrage. Am Rohstoffmarkt fiel Öl um 3 Prozent auf ein 7-Wochen-Tief, Gold verlor 2 Prozent.

SpaceX-Börsengang: Morningstar sieht massiven Abschlag

Ein weiteres Gesprächsthema ist das bevorstehende Börsendebüt von Elon Musks SpaceX am Freitag. Analysten von Morningstar bewerten das Unternehmen mit 63 US-Dollar je Aktie – ein Abschlag von 53 Prozent gegenüber dem geplanten IPO-Preis. Diese Bewertung basiert laut Morningstar auf Berechnungen in drei Szenarien. Im sogenannten „Moonshot"-Szenario käme SpaceX auf einen Wert von 1,97 Billionen US-Dollar beziehungsweise 154 US-Dollar je Aktie, was 14 Prozent über dem IPO-Preis läge – diesem Szenario messen die Analysten jedoch nur eine Wahrscheinlichkeit von 7 Prozent bei. Trotz der skeptischen Bewertung ist die Nachfrage nach dem Börsengang Quellen zufolge fast vierfach überzeichnet.

Auch das Thema Staatsfinanzierung rückt in den Fokus: Das US-Finanzministerium nutzt zunehmend kurzfristige Schatzwechsel (T-Bills) zur Finanzierung des Bundesdefizits. Die wöchentliche Emission beläuft sich mittlerweile auf durchschnittlich über 500 Milliarden US-Dollar. Aktuell gilt dies noch nicht als unmittelbares Problem – doch sollten die Zinsen weiter steigen oder das Angebot ausgeweitet werden müssen, könnte sich die Lage verändern.

Globale Inflationsdaten im Fokus

Am Mittwoch stehen wichtige Inflationsdaten aus mehreren der weltweit größten Volkswirtschaften an. Die jährliche US-Verbraucherpreisinflation (CPI) wird voraussichtlich die Marke von 4 Prozent überschreiten – zum ersten Mal seit drei Jahren. Für die japanischen Großhandelspreise wird ein Anstieg auf 5,5 Prozent erwartet, ebenfalls ein Dreijahreshoch. In China wird für die Erzeugerpreisinflation (PPI) ein Anstieg um einen vollen Prozentpunkt auf knapp unter 4 Prozent prognostiziert.

Marktbeobachter warnen, dass die Risiken für diese Prognosen eher nach oben zeigen. Neben den Inflationsdaten stehen am Mittwoch auch eine Zinsentscheidung in Kanada sowie eine Auktion 10-jähriger US-Staatsanleihen im Volumen von 39 Milliarden US-Dollar auf der Agenda.

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