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US-Leistungsbilanzdefizit steigt im ersten Quartal auf 226,8 Milliarden Dollar

Das Defizit übertraf die Analystenerwartungen deutlich und stieg gegenüber dem Vorquartal um 2,6 Prozent.

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US-Leistungsbilanzdefizit steigt im ersten Quartal auf 226,8 Milliarden Dollar

Das US-Leistungsbilanzdefizit hat sich im ersten Quartal 2026 auf 226,8 Milliarden Dollar ausgeweitet. Damit übertrafen die tatsächlichen Zahlen die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit einem Defizit von lediglich 215,0 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Die Daten veröffentlichte das Bureau of Economic Analysis des US-Handelsministeriums am Mittwoch.

Im Vergleich zum Vorquartal stieg das Defizit um 5,8 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,6 Prozent. Die Leistungsbilanz erfasst dabei sämtliche Waren-, Dienstleistungs- und Investitionsströme zwischen den USA und dem Rest der Welt – sie gilt als einer der umfassendsten Indikatoren für die außenwirtschaftliche Position eines Landes.

Bemerkenswert ist zudem, dass das Defizit des vierten Quartals nachträglich deutlich nach oben revidiert wurde: von ursprünglich geschätzten 190,7 Milliarden Dollar auf nunmehr 221,1 Milliarden Dollar. Diese erhebliche Revision unterstreicht, wie dynamisch sich die außenwirtschaftliche Lage der USA zuletzt entwickelt hat.

Defizit entspricht 2,9 Prozent des BIP

Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung belief sich das Leistungsbilanzdefizit im ersten Quartal auf 2,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nach 2,8 Prozent im Vorquartal. Zum historischen Einordnung: Den absoluten Höchststand erreichte das Defizit im dritten Quartal 2006 mit 6,3 Prozent des BIP. Die aktuellen Werte liegen damit noch deutlich unter diesem Rekordniveau.

Ein wesentlicher Treiber der Ausweitung des Gesamtdefizits war die Entwicklung der Primäreinkommensbilanz. Diese drehte im ersten Quartal von einem Überschuss von 3,431 Milliarden Dollar im Vorquartal in ein Defizit von 13,3 Milliarden Dollar. Dieser markante Umschwung belastete die Gesamtbilanz erheblich.

Die Einnahmen aus Primäreinkommen – dazu zählen etwa Erträge aus Auslandsinvestitionen – sanken von 402,2 Milliarden Dollar im Vorquartal auf 396,1 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Primäreinkommen von 398,8 Milliarden Dollar auf einen neuen Rekordwert von 409,1 Milliarden Dollar.

Handelsbilanzdefizit hingegen rückläufig

Positiv zu vermerken ist, dass sich das Handelsbilanzdefizit im gleichen Zeitraum verringerte. Es sank von 177,3 Milliarden Dollar im vierten Quartal auf 165,8 Milliarden Dollar im ersten Quartal. Diese Verbesserung beim Warenhandel konnte die negative Entwicklung bei den Primäreinkommen jedoch nur teilweise ausgleichen.

Für deutsche Anleger und Exporteure sind die US-Leistungsbilanzdaten von besonderer Relevanz. Ein wachsendes US-Defizit signalisiert, dass die USA mehr importieren als exportieren und mehr Kapital aus dem Ausland anziehen als sie ins Ausland transferieren. Dies hat langfristig Auswirkungen auf den Dollarkurs und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Exportgüter auf dem amerikanischen Markt.

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