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US-Lebensmittelhandel: Sinkende Absatzmengen erhöhen Druck auf Konzerne

Verbraucher kaufen weniger, Preiserhöhungen reichen nicht mehr aus – der US-Lebensmitteleinzelhandel gerät unter massiven Druck.

US-Lebensmittelhandel: Sinkende Absatzmengen erhöhen Druck auf Konzerne

Der Abschwung im US-amerikanischen Lebensmitteleinzelhandel nimmt an Fahrt auf. Verbraucher kaufen weniger Artikel als noch vor einem Jahr, und die sinkenden Absatzmengen überwiegen inzwischen die Effekte steigender Preise. Das geht aus einer neuen Analyse von Bain & Company hervor, die auf exklusiv mit CNBC geteilten Daten von NielsenIQ basiert.

Konkret fielen die Absatzmengen im Lebensmittelbereich – also die Anzahl der verkauften Einzelartikel oder Produkte – im Juni um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist eine drastische Kehrtwende: Im Juni 2025 hatte die Branche noch ein Wachstum von 0,1 Prozent im Jahresvergleich verzeichnet. Obwohl die Preise weiterhin um rund 2 bis 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen, reicht dieses Inflationspolster nicht mehr aus, um das allgemeine Umsatzwachstum aufrechtzuerhalten.

Mehrere Belastungsfaktoren treffen Verbraucher gleichzeitig

Bain & Company macht nicht einen einzelnen wirtschaftlichen Schock für die Entwicklung verantwortlich, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Belastungsfaktoren. Die Lebensmittelpreise liegen in den USA inzwischen rund 33 Prozent höher als noch im Jahr 2019. Hinzu kommen sprunghaft gestiegene Kraftstoffkosten. Besonders hart trifft es einkommensschwächere Haushalte: Viele mussten ihre Ausgaben aufgrund reduzierter SNAP-Leistungen – dem staatlichen US-Lebensmittelhilfeprogramm, vergleichbar mit dem deutschen Sozialhilfesystem – und strengerer Berechtigungskriterien einschränken.

Eine im Mai durchgeführte Verbraucherumfrage von Bain, die sogenannte „U.S. Consumer Pulse Wave", liefert aufschlussreiche Einblicke in das veränderte Kaufverhalten: 80 Prozent der befragten Amerikaner versuchen aktiv, weniger auszugeben. 28 Prozent reduzieren ihre Ausgaben für Lebensmittel gezielt. Unter diesen sparsameren Käufern gaben 56 Prozent an, auf günstigere Marken umzusteigen. 49 Prozent kaufen schlicht weniger Artikel, und 44 Prozent greifen verstärkt auf Coupons und Sonderangebote zurück.

PepsiCo spürt den Stimmungsumschwung deutlich

Diese Entwicklungen hinterlassen bereits sichtbare Spuren bei großen Lebensmittelkonzernen. PepsiCo gehört zu den Herstellern, die den Stimmungsumschwung der Verbraucher unmittelbar zu spüren bekommen. Bei der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal erklärte der Getränke- und Snackhersteller, dass die Nachfrage in Nordamerika nachgelassen habe. Der Lebensmittelumsatz in Nordamerika sank um 2 Prozent, während der Absatz stagnierte. Das Management wies zudem auf niedrigere effektive Preise hin – ein Hinweis darauf, dass PepsiCo seine Werbeaktivitäten intensiviert hat, um preissensiblere Verbraucher anzusprechen.

Die Ergebnisse von PepsiCo spiegeln einen breiteren Wandel in der gesamten US-Lebensmittelbranche wider. Einzelhändler wie Walmart und Kroger setzen verstärkt auf Preissenkungen und wertorientierte Werbeaktionen, um Kunden zu gewinnen und zu halten. Walmart kündigte für den Sommer Preissenkungen für Rindfleisch, Speiseeis und weitere Artikel an – darunter Produkte von PepsiCo, Coca-Cola sowie der Eigenmarke Great Value. Laut Bain könnte diese Strategie der gezielten Preissenkungen in den kommenden Monaten noch weiter an Bedeutung gewinnen.

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