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US-Krankenversicherer reformieren Vorabgenehmigungen unter wachsendem Branchendruck

UnitedHealthcare, Aetna und Cigna präsentieren konkrete Fortschritte bei der Digitalisierung und Beschleunigung von Vorabgenehmigungsverfahren.

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US-Krankenversicherer reformieren Vorabgenehmigungen unter wachsendem Branchendruck

Die drei großen US-amerikanischen Krankenversicherer UnitedHealthcare, Aetna und Cigna haben am Freitag detaillierte Fortschrittsberichte zu ihren laufenden Reformen bei Vorabgenehmigungsverfahren vorgelegt. Die Unternehmen reagieren damit auf anhaltenden Druck aus der Branche und der Öffentlichkeit, den Verwaltungsaufwand zu senken und Patienten schneller Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Vorabgenehmigungen – im Englischen als „Prior Authorizations" bekannt – sind ein zentrales Element des US-Gesundheitssystems, bei dem Versicherer vor der Kostenübernahme bestimmter Behandlungen oder Medikamente ihre Zustimmung erteilen müssen.

Die Branche hatte sich im vergangenen Jahr gemeinsam dazu verpflichtet, elektronische Einreichungen zu standardisieren und bis 2027 mindestens 80 Prozent der Entscheidungen in Echtzeit zu treffen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Verwaltung zu entlasten und die Transparenz gegenüber Patienten und Leistungserbringern zu verbessern. Kritiker hatten zuvor bemängelt, dass langwierige Genehmigungsverfahren notwendige Behandlungen verzögern oder sogar blockieren können.

Aetna mit stärkstem Fortschritt

Besonders weit vorangeschritten zeigt sich Aetna, eine Tochtergesellschaft von CVS Health. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits 88 Prozent seines Vorabgenehmigungsvolumens standardisiert. Noch beeindruckender: 83 Prozent aller Anfragen werden bereits in Echtzeit bearbeitet – damit liegt Aetna deutlich vor dem für 2027 gesetzten Branchenziel. Zudem werden mehr als 95 Prozent der berechtigten Anfragen innerhalb von 24 Stunden genehmigt. Durch den Einsatz von Automatisierung konnte Aetna nach eigenen Angaben mehr als eine Million Anrufe von Leistungserbringern einsparen.

UnitedHealthcare, der größte private Krankenversicherer der USA, gab bekannt, dass bereits mehr als die Hälfte seines Vorabgenehmigungsvolumens auf ein standardisiertes elektronisches Einreichungsverfahren umgestellt wurde. Bis Ende 2026 soll dieser Anteil auf über 70 Prozent steigen. Das Unternehmen betonte zudem seine Bemühungen, Dokumentationsanforderungen zu senken und die Notwendigkeit von Nachfassinformationen zu begrenzen – beides häufige Kritikpunkte von Ärzten und Kliniken.

Cigna verfolgt ein ähnliches Ziel und geht davon aus, die Anforderungen für die elektronische Einreichung von Vorabgenehmigungen ebenfalls für mehr als 70 Prozent des Volumens bis zum Jahresende zu standardisieren. Alle drei Unternehmen unterstrichen den verstärkten Einsatz von Automatisierung und digitalen Tools, um administrative Reibungsverluste für Leistungserbringer zu reduzieren.

Hintergrund: Anhaltende Kritik an Versicherungspraktiken

Die Reformen erfolgen vor dem Hintergrund einer intensiven öffentlichen und politischen Debatte über die Praktiken der US-Krankenversicherer. Wie das Wall Street Journal zuvor berichtete, stehen die Unternehmen unter erheblichem Druck, da Vorabgenehmigungsverfahren immer wieder als Hindernis für eine zeitnahe medizinische Versorgung kritisiert werden. Für Patienten bedeuten lange Wartezeiten auf Genehmigungen im schlimmsten Fall verzögerte oder verweigerte Behandlungen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Gesundheitsmarktes sind diese Entwicklungen relevant, da UnitedHealthcare, CVS Health (Mutterkonzern von Aetna) und Cigna zu den größten börsennotierten Unternehmen im globalen Gesundheitssektor zählen. Regulatorische Veränderungen und operative Effizienzgewinne in diesem Bereich können sich direkt auf die Kostenstruktur und damit auf die Profitabilität dieser Konzerne auswirken. Die nun vorgelegten Fortschrittsberichte signalisieren, dass die Branche die selbst gesetzten Ziele ernst nimmt und in einigen Bereichen sogar früher als geplant erreicht.

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