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US-Kongress weitet Cannabis- und Psychedelika-Zugang für Veteranen aus

Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet Änderungsanträge, die Veteranen den therapeutischen Zugang zu Cannabis und Psychedelika erleichtern sollen.

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US-Kongress weitet Cannabis- und Psychedelika-Zugang für Veteranen aus

Das US-Repräsentantenhaus hat Mitte Mai 2026 wichtige Gesetzesänderungen verabschiedet, die den therapeutischen Zugang zu Cannabis und Psychedelika für Militärveteranen deutlich erweitern sollen. Die Entwicklungen fügen sich in einen breiteren Wandel der US-amerikanischen Drogenpolitik ein, zu dem auch die kürzliche Neueinstufung von Marihuana in Schedule III sowie Maßnahmen der Trump-Regierung zur Beschleunigung der Psychedelika-Forschung gehören. Für die Cannabis-Branche und Anleger weltweit sind diese Signale aus Washington von erheblicher Bedeutung.

Konkret hat das Repräsentantenhaus einen Änderungsantrag zum Haushaltsgesetz für das Fiskaljahr 2027 (Military Construction, Veterans Affairs, and Related Agencies Appropriations Act) verabschiedet. Dieser würde es Ärzten des Department of Veterans Affairs (VA) erlauben, Veteranen medizinische Marihuana-Empfehlungen auszustellen. Bislang untersagt die Veterans Health Directive 1315 den VA-Ärzten ausdrücklich, entsprechende Formulare auszufüllen oder Veteranen für staatlich genehmigte Medizinalcannabis-Programme zu registrieren. Betroffene Patienten sind dadurch gezwungen, kostspielige externe Beratungen in Anspruch zu nehmen.

Veteranen-Vertreter kämpfen für Gesetzesreform

Federführend hinter dem Änderungsantrag steht Repräsentant Brian Mast (Republikaner, Florida), selbst Veteran, der in Afghanistan beide Beine verlor. Er betonte die klinische Notwendigkeit der Änderung: Veteranen seien bei Verletzungen aus dem Dienst oft auf starke Narkotika und Sedativa angewiesen. „Wenn sie darüber sprechen wollen, müssen sie das mit ihrem Arzt besprechen können", erklärte Mast. Sein Kollege Rep. Dave Joyce (R-OH) ergänzte pragmatisch: „Wollen Sie, dass sie sich von Ärzten oder von Verkäufern in Cannabis-Läden beraten lassen?" Gemeinsam mit Rep. Dina Titus (D-NV) bildeten sie eine parteiübergreifende Allianz für die Reform.

Gleichzeitig billigte das Repräsentantenhaus einen weiteren Änderungsantrag der Abgeordneten Lou Correa (D-CA) und Jack Bergman (R-MI), den Co-Vorsitzenden des Congressional Psychedelics Advancing Therapies Caucus. Dieser sieht eine Aufstockung der Mittel für VA-Forschung zu psychedelischen Therapien vor. Die Initiative steht im Einklang mit einer kürzlich von Präsident Trump unterzeichneten Exekutivanordnung, die die Forschung zu Psychedelika bei Depressionen und Suchterkrankungen – insbesondere für Veteranen, die überproportional von PTBS und Suizid betroffen sind – beschleunigen soll.

Parteiübergreifende Unterstützung und politische Komplexität

Senator John Fetterman (D-PA) hat sich als prominenter Befürworter des politischen Kurswechsels positioniert und der Trump-Regierung für ihre Bemühungen zur Liberalisierung der Marihuana- und Psychedelika-Politik ungewöhnlich deutliches Lob ausgesprochen. In einem Interview mit dem Magazin Reason bezeichnete er sich selbst als „sehr, sehr libertären" Verfechter der persönlichen Entscheidungsfreiheit und erklärte: „Ich denke, wir könnten uns alle einig sein über alles, was Präsident Trump zur Liberalisierung von Marihuana und Psychedelika getan hat." Das Recht, Substanzen zur Förderung des Wohlbefindens oder zur Entspannung zu wählen, sofern andere dadurch nicht geschädigt werden, sei ein „heiliges" Recht, das frei von Kriminalisierung sein sollte.

Der Weg zur Reform bleibt jedoch komplex. Der Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses verabschiedete zwar ein Ausgabengesetz mit einer Klausel zum Schutz staatlicher Medizinalcannabis-Gesetze vor bundesstaatlichen Eingriffen, fügte jedoch auch eine umstrittene Bestimmung hinzu, die weitere Neueinstufungsmaßnahmen des Justizministeriums (DOJ) blockieren soll. Dies spiegelt einen Machtkampf innerhalb des Kongresses über das Tempo und den Umfang der bundesstaatlichen Drogenreform wider.

Auswirkungen auf die Cannabis-Branche

Für die Cannabis-Industrie vollziehen sich diese gesetzgeberischen Verschiebungen vor dem Hintergrund erheblicher wirtschaftlicher Aktivität und Volatilität. Glass House Brands Inc. meldete zuletzt einen Quartalsumsatz von 40,5 Millionen US-Dollar bei einem Nettoverlust von 17 Millionen US-Dollar. Auxly Cannabis Group Inc. wies Einnahmen von 39,8 Millionen Kanadischen Dollar aus. Trulieve Cannabis Corp. plant unterdessen, seinen Sitz von British Columbia nach Delaware zu verlegen, während die Cannabist Co. eine gerichtliche Genehmigung für Insolvenzverfahren erhalten hat – ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Finanzdruck in der Branche.

Auch auf Verbraucherebene zeigen sich neue Trends: Die Grand Opry Entertainment Group hat eine THC-Getränkemarke als offiziellen Partner benannt, was die zunehmende Normalisierung cannabishaltiger Produkte im Mainstream signalisiert. Wissenschaftliche Studien untermauern zudem den therapeutischen Nutzen: Aktuelle Untersuchungen zeigen signifikante Verbesserungen der Lebensqualität bei Kindern mit arzneimittelresistenter Epilepsie durch CBD sowie Hinweise darauf, dass Psilocybin die motorische Erholung bei Rückenmarksverletzungen fördern könnte.

Regulatorische Entwicklungen auf Staatsebene

Auch auf Ebene der US-Bundesstaaten bleibt die Regulierung aktiv. In Louisiana hat der Gesundheitsausschuss des Repräsentantenhauses einen Gesetzentwurf vorangetrieben, der die medizinische Marihuana-Nutzung in Krankenhäusern für unheilbar kranke Patienten erlauben würde. Michigan und New Jersey hingegen verschärfen die Aufsicht: Michigan hat eine öffentliche Kommentierungsphase zu Regeländerungen eröffnet, während New Jersey einem Arzt wegen unzulässiger Genehmigungspraktiken die Zulassung entzogen hat. Der Congressional Research Service hat zudem einen Bericht veröffentlicht, der Umfang und Grenzen der DOJ-Neueinstufung auf Schedule III detailliert darlegt – ein wichtiger Orientierungsrahmen für eine nach wie vor stark regulierte Branche.

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