US-Kongress treibt dauerhafte Sommerzeit erneut voran
Der Energie- und Handelsausschuss stimmte mit 48 zu 1 für den „Sunshine Protection Act" – Trump lobt den Vorstoß.

Der US-Repräsentantenhaus-Ausschuss für Energie und Handel hat am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit für die dauerhafte Einführung der Sommerzeit gestimmt. Mit 48 zu 1 Stimmen votierte das Gremium für den sogenannten „Sunshine Protection Act". Das Gesetz würde die Zeitumstellung in den USA dauerhaft abschaffen und die Sommerzeit das ganze Jahr über gelten lassen.
Der Gesetzentwurf soll voraussichtlich als Teil eines fünfjährigen Verkehrspakets umgesetzt werden. Eingebracht wurde er von Abgeordnetem Vern Buchanan, der die Idee bereits seit 2018 jedes Jahr erneut ins Parlament einbringt. Buchanan kommt aus Florida, wo der Plan besonders populär ist – mehr Abendlicht würde dort längere Spielzeiten auf Golf- und Sportplätzen ermöglichen.
Präsident Donald Trump begrüßte die Abstimmung öffentlich in den sozialen Medien. Er erklärte, es sei „an der Zeit, dass die Menschen aufhören können, sich um die ‚Uhr' zu sorgen, ganz zu schweigen von der ganzen Arbeit und dem Geld, das für diese lächerliche, zweimal jährlich stattfindende Inszenierung aufgewendet wird."
Argumente für und gegen die dauerhafte Sommerzeit
Befürworter des Gesetzes führen mehrere Gründe an, warum die halbjährliche Zeitumstellung abgeschafft werden sollte:
- Schlafstörungen durch die zweimalige Umstellung pro Jahr
- Mehr Arbeitsunfälle in der Umstellungsphase
- Höhere Zahl an Autounfällen
- Hellere Abende sollen die Wirtschaftsaktivität im Winter ankurbeln
Auch der demokratische Abgeordnete Frank Pallone aus New Jersey sprach sich für die Maßnahme aus. Eine dauerhafte Sommerzeit sei „besser für die Sicherheit und werde die Tourismusbranche von New Jersey ankurbeln", sagte er. „Hören wir auf, die Uhren zweimal im Jahr umzustellen."
Nicht alle Politiker sind jedoch überzeugt. Der republikanische Senator Tom Cotton gehört zu den prominentesten Kritikern des Vorhabens. Er warnt, eine dauerhafte Sommerzeit würde zu absurd späten Sonnenaufgängen im Winter führen. In weiten Teilen des Landes müssten Kinder dann im Dunkeln zur Schule gehen, so Cotton.
Langer Weg durch den Kongress
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Zur AktienanalyseTrotz des klaren Ausschussvotums ist der Weg zur Umsetzung noch weit. Der Gesetzentwurf muss zunächst das gesamte Repräsentantenhaus passieren, bevor der Senat darüber berät. Das Gesetz sieht zudem vor, dass einzelne Bundesstaaten sich per Opt-out gegen die Regelung entscheiden können.
Historisch betrachtet ist das Thema im US-Kongress kein Neuling. Der Senat stimmte bereits im März 2022 einstimmig für die dauerhafte Sommerzeit – doch das Repräsentantenhaus brachte die Maßnahme damals nie zur Abstimmung. Die Idee scheiterte damit trotz breiter Unterstützung in der Bevölkerung.
Die Sommerzeit gilt in fast den gesamten Vereinigten Staaten seit den 1960er Jahren. Eine ganzjährige Sommerzeit wurde bereits während des Zweiten Weltkriegs angewandt und 1974 erneut eingeführt, um den Energieverbrauch zu senken. Sie erwies sich jedoch als äußerst unpopulär und wurde noch im selben Jahr wieder abgeschafft. Ob der aktuelle Anlauf erfolgreicher sein wird, bleibt abzuwarten.


