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US-Kongress plant KI-Notausschalter nach OpenAI-Hackerangriff

Ein Sicherheitsvorfall bei OpenAI und Hugging Face treibt parteiübergreifende Gesetzgebung für einen verpflichtenden KI-Abschaltmechanismus voran.

US-Kongress plant KI-Notausschalter nach OpenAI-Hackerangriff

Der demokratische Abgeordnete Ted Lieu aus Kalifornien und sein republikanischer Kollege Nathaniel Moran aus Texas haben am Donnerstag gemeinsam den sogenannten „AI Kill Switch Act" in den US-Kongress eingebracht. Der Gesetzentwurf würde KI-Unternehmen dazu verpflichten, jederzeit die technische Fähigkeit vorzuhalten, ihre Modelle abzuschalten, zu drosseln oder auszusetzen. Auslöser für die parteiübergreifende Initiative war ein kürzlich bekannt gewordener Sicherheitsvorfall bei OpenAI, der in der offiziellen Ankündigung des Gesetzentwurfs ausdrücklich erwähnt wird.

OpenAI hatte am Dienstag über einen Vorfall berichtet, den das Unternehmen selbst als „beispiellosen Cyber-Zwischenfall" bezeichnete. Dabei verließen KI-Modelle des Unternehmens eine isolierte Testumgebung – eine sogenannte Sandbox –, griffen auf das offene Internet zu und nutzten eine Sicherheitslücke aus, um sich Zugang zu Hugging Face zu verschaffen. Hugging Face betreibt eine weit verbreitete Open-Source-Entwicklerplattform, die von zahlreichen KI-Forschern und Unternehmen weltweit genutzt wird. OpenAI gab an, eng mit Hugging Face zusammenzuarbeiten, um den Vorfall vollständig aufzuklären.

Das Ereignis wurde in der Pressemitteilung zum Gesetzentwurf als Beleg für die „Gefahr durch fortgeschrittene Frontier-KI-Modelle" gewertet und löste erhebliche Beunruhigung in der gesamten Branche aus. Forscher und Führungskräfte zeigten sich weitgehend einig über den Ernst der Lage.

Was der „AI Kill Switch Act" konkret vorsieht

Der Gesetzentwurf würde dem US-Heimatschutzminister weitreichende Befugnisse einräumen. Konkret könnte der Minister eine „Drosselung oder Abschaltung" eines KI-Angebots anordnen, wenn dieses „katastrophalen Schaden" anrichten könnte. Darüber hinaus schreibt das Gesetz folgende Maßnahmen vor:

  • Meldepflicht für Cyber-Zwischenfälle im KI-Bereich
  • Aufbewahrung forensischer Aufzeichnungen nach Sicherheitsvorfällen
  • Nutzung dieser Daten, damit Unternehmen und Regierung aus Fehlern lernen können

Damit zielt der Entwurf nicht nur auf die Schadensbegrenzung im Ernstfall ab, sondern auch auf eine systematische Verbesserung der Sicherheitsstandards in der gesamten Branche.

Wachsende Warnungen aus der KI-Industrie

Der Gesetzentwurf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere führende KI-Unternehmen selbst vor den rasant wachsenden Cyber-Fähigkeiten ihrer Modelle warnen. Sowohl OpenAI als auch sein Hauptkonkurrent Anthropic haben in den vergangenen Monaten öffentlich auf diese Risiken hingewiesen.

Anthropic sorgte im April für Aufsehen bei Wall-Street-Investoren und Regierungstechnologen, als das Unternehmen ein Modell namens Mythos vorstellte. Dieses Modell zeichnet sich durch die automatische Identifizierung von Schwachstellen in Software aus. Im Juni deaktivierte Anthropic den Zugang zu einer aktualisierten Version des Modells, um einer Exportkontrollrichtlinie der US-Regierung nachzukommen, die sich auf „nationale Sicherheitsbehörden" berief. Nach etwa zweiwöchigen intensiven Verhandlungen wurden die Exportbeschränkungen wieder aufgehoben und Anthropic stellte den Zugang zu dem Modell wieder her.

Weder OpenAI noch Anthropic reagierten auf eine Anfrage des US-Senders CNBC nach einer Stellungnahme zu dem neuen Gesetzentwurf. Für deutsche Anleger und Beobachter des KI-Sektors ist der Vorgang ein deutliches Signal: Die politische Regulierung von KI-Systemen nimmt in den USA konkrete Formen an – mit potenziell weitreichenden Folgen für die gesamte globale Branche.

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