US-Kerninflation im April bei 3,3% – Fed bleibt abwartend
Der bevorzugte Inflationsindikator der Fed trifft die Erwartungen – doch moderate Monatswerte wecken vorsichtige Hoffnung auf nachlassenden Preisdruck.

Die Inflation in den USA hat die Verbraucher auch im April weiter belastet. Der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), der bevorzugte Inflationsindikator der US-Notenbank Federal Reserve, stieg im Monatsvergleich saisonbereinigt um 0,4%. Auf Jahressicht liegt die Inflationsrate damit bei 3,8%, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Dow Jones befragte Ökonomen hatten mit Werten von 0,5% beziehungsweise 3,8% gerechnet.
Besonders im Fokus stand die sogenannte Kerninflation, die volatile Komponenten wie Nahrungsmittel und Energie ausschließt. Diese stieg im Monatsvergleich um lediglich 0,2% und im Jahresvergleich um 3,3% – und traf damit exakt die Prognosen der Analysten. Die moderaten Monatswerte könnten Hoffnung wecken, dass der stärkere Preisschub des Vormonats langsam nachlässt. Die Fed nutzt die PCE-Maße als ihr wichtigstes Prognose- und Politikinstrument, wobei Beamte die Kernrate als besseren Indikator für langfristige Inflationstrends betrachten.
Schwaches BIP-Wachstum und gemischte Konjunkturdaten
Neben den Inflationsdaten lieferte der Donnerstag weitere wichtige Konjunkturnachrichten aus den USA. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal 2026 mit einer annualisierten Rate von nur 1,6%, wie eine revidierte Schätzung des Handelsministeriums ergab. Damit liegt das Wachstum deutlich unter der ursprünglichen Schätzung von 2,0% und auch unter dem Konsens der Analysten, die eine Bestätigung des Vorwerts erwartet hatten. Als Grund für die Abwärtskorrektur nannte das Ministerium schwächere Konsumausgaben und geringere Investitionen.
Trotz des enttäuschenden BIP-Werts für das erste Quartal stiegen die Konsumausgaben im April um 0,5% – und erfüllten damit die Prognosen. Das Einkommen der Verbraucher blieb hingegen unverändert, obwohl Analysten einen Anstieg von 0,4% erwartet hatten. Dieser Rückstand beim Einkommenswachstum könnte mittelfristig den privaten Konsum belasten.
Bei den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe für die am 23. Mai endende Woche meldete das US-Arbeitsministerium 215.000 Anträge – ein Anstieg von 5.000 gegenüber der Vorwoche und leicht über der Prognose von 213.000. Positiv überraschten hingegen die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter: Sie stiegen im April um 7,9% und übertrafen die Schätzung von 3,5% deutlich. Ohne den Transportsektor fiel der Anstieg mit 1,1% allerdings deutlich moderater aus.
Benzin und Wohnen treiben Preise
Ein genauerer Blick auf die Inflationskomponenten zeigt: Warenpreise sprangen im April um 0,7% nach oben, maßgeblich getrieben durch Benzin, das um 5,5% zulegte. Dienstleistungspreise stiegen um 0,3%, wobei die Kategorie Wohnen und Versorgungsleistungen um 0,6% und Gastronomie sowie Beherbergung um 0,5% zulegten. Die Wohnkosten stiegen auf breiter Front um 0,5% – der größte monatliche Zuwachs seit mindestens Januar 2025. Dienstleistungen ohne Nahrungsmittel, Energie und Wohnen stiegen im Monatsvergleich hingegen nur um 0,2%.
Die Reaktion an den Finanzmärkten fiel verhalten aus. Aktien-Futures blieben nach Veröffentlichung der Daten im Minus, erholten sich jedoch von ihren Tiefstständen. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben leicht nach, vor allem am längeren Ende der Laufzeitkurve.
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Zur AktienanalyseFed wartet ab – Zinssenkung bleibt unsicher
Die Inflationsdaten dürften die Markterwartungen kaum verändern. Händler gehen davon aus, dass die Fed bis mindestens Ende 2026 abwarten wird. Derzeit preisen Marktteilnehmer sogar die Möglichkeit ein, dass der nächste Schritt der Zentralbank eine Zinserhöhung sein könnte – möglicherweise im frühen Teil des nächsten Jahres.
Die Inflation hatte sich dem 2%-Ziel der Fed zuletzt angenähert, doch der Iran-Krieg sowie die Auswirkungen von Zöllen haben die Notenbank aus dem Takt gebracht. Die Entscheidungsträger haben zuletzt den Fokus verstärkt auf Inflationsrisiken gelegt, während sich gleichzeitig Anzeichen für eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes mehren. Fed-Chef Kevin Warsh hat angedeutet, eine Zinssenkung für möglich zu halten – dürfte damit aber auf Widerstand im Offenmarktausschuss (FOMC) stoßen.


