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US-Justizministerium untersucht NFL wegen kartellrechtlicher Bedenken bei Medienrechten

Das US-Justizministerium leitet eine Untersuchung gegen die NFL ein – im Fokus stehen Verbraucherpreise und fairer Wettbewerb bei Medienrechten.

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US-Justizministerium untersucht NFL wegen kartellrechtlicher Bedenken bei Medienrechten

Das US-Justizministerium hat eine kartellrechtliche Untersuchung gegen die National Football League (NFL) eingeleitet. Ein Regierungsvertreter bestätigte gegenüber dem Sender CNBC, dass die Untersuchung auf Fragen zur „Erschwinglichkeit für Verbraucher und der Schaffung gleicher Wettbewerbsbedingungen für Anbieter" zurückgeht. Die Ermittlungen fallen in eine Phase, in der die NFL aktiv versucht, ihre bestehenden Medienrechtsverträge früher als geplant neu zu verhandeln.

Die Liga befindet sich derzeit mitten in einem auf elf Jahre angelegten Medienrechte-Deal im Wert von 111 Milliarden US-Dollar, der bis zur Saison 2033/34 läuft. Zu den Vertragspartnern zählen die großen US-Sender CBS, NBC und Fox sowie Disneys ESPN und Amazons Prime Video. Trotz der laufenden Vereinbarung strebt die NFL offenbar eine vorzeitige Neuverhandlung an – mit dem Ziel, höhere Einnahmen zu erzielen und eine Ausstiegsklausel nach der Saison 2029/30 zu eliminieren.

NFL verteidigt ihr Medienmodell

Die NFL wies die Bedenken in einer Stellungnahme gegenüber CNBC zurück. Die Liga bezeichnete ihr Medienvertriebsmodell als das „fan- und senderfreundlichste in der gesamten Sport- und Unterhaltungsbranche". Als Beleg führte sie an, dass mehr als 87 Prozent aller NFL-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden. Zudem würden die Teams in ihren jeweiligen lokalen Märkten stets auf frei empfangbaren Sendern gezeigt – unabhängig davon, ob das Spiel gleichzeitig im Kabel oder per Streaming läuft.

Parallel zur Untersuchung des Justizministeriums hatten in der Vorwoche bereits Fox Corp. und Sinclair, Eigentümer von Partnersendern, ein ähnliches Anliegen bei der US-Fernmeldebehörde FCC vorgebracht. Die Medienunternehmen argumentierten, dass Sport nicht hinter Bezahlschranken wie exklusiven Streaming-Verträgen verschwinden dürfe. Dies würde laut ihrer Darstellung zu höheren Kosten für Verbraucher führen und die Lage des traditionellen Fernsehens weiter verschlechtern.

Neuverhandlungen mit CBS und möglicher Netflix-Deal

Konkret hat die NFL bereits Verlängerungsgespräche mit CBS – das zum Paramount-Skydance-Konzern gehört – aufgenommen. CBS zahlt derzeit rund 2,1 Milliarden US-Dollar pro Jahr für ein Paket von Sonntagsspielen. Laut CNBC könnte eine Neuverhandlung dazu führen, dass der Sender im nächsten Vertrag mehr als 3 Milliarden US-Dollar jährlich zahlt. Darüber hinaus erwägt die Liga Berichten zufolge ein größeres Spielepaket mit dem Streaming-Dienst Netflix.

Die NFL hat in den vergangenen Jahren schrittweise Streaming-Vereinbarungen ausgebaut, um Zuschauer ohne traditionelle TV-Pakete zu erreichen. Amazons Prime Video ist bereits die exklusive Heimat des „Thursday Night Football". Netflix war zuletzt Gastgeber der Spiele am ersten Weihnachtstag. Zudem hat die Liga punktuelle exklusive Streaming-Deals für bestimmte Playoff-Spiele abgeschlossen, etwa mit NBCs Streaming-Dienst Peacock.

Streaming gewinnt strategisch an Bedeutung

Hans Schroeder, Executive Vice President of Media Distribution der NFL, hatte bei einer CNBC-Veranstaltung im Jahr 2024 die wachsende Bedeutung von Streaming für die Zukunft der Liga betont. Er bezeichnete das Wild-Card-Spiel, das exklusiv auf Peacock ausgestrahlt wurde, als den „prägendsten Moment" der letzten Jahre. Diese Aussage verdeutlicht, dass die NFL Streaming nicht nur als Ergänzung, sondern als strategischen Wachstumskanal betrachtet.

Für deutsche Anleger und Medienbeobachter ist die Entwicklung relevant, weil sie zeigt, wie stark der globale Wettbewerb um Sportrechte die Regulierungsbehörden auf den Plan ruft. Der Konflikt zwischen traditionellen Sendern und Streaming-Plattformen um exklusive Sportinhalte ist kein rein amerikanisches Phänomen – ähnliche Debatten werden auch in Europa und Deutschland geführt. Die NFL-Untersuchung könnte als Präzedenzfall für den Umgang mit Medienrechten im digitalen Zeitalter dienen.

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