US-Justizministerium genehmigt Paramount-Deal trotz interner Bedenken
Die DOJ-Führung beendete die Kartellprüfung überraschend früh – bevor Fachbeamte ihre Einwände offiziell einreichen konnten.

Das US-Justizministerium (DOJ) hat die kartellrechtliche Prüfung der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount abgeschlossen – und damit interne Ermittler kalt erwischt. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, wurde das zuständige Fachteam am Freitag darüber informiert, dass das Ministerium die Untersuchung einstellt. Damit ist der Deal auf Bundesebene faktisch genehmigt.
Besonders brisant: Die Fachjuristen, die den Deal monatelang intensiv geprüft hatten, hatten ihre abschließende Empfehlung noch gar nicht abgegeben. Dieser Schritt gilt im regulären Prüfungsverfahren für Fusionen als üblich und notwendig. Das Team neigte laut Informanten dazu, eine Klage gegen das Vorhaben zu empfehlen – mit der Begründung, der Zusammenschluss der beiden Filmstudios sei wettbewerbswidrig und verstoße gegen das Kartellrecht.
Führungsspitze überstimmt eigene Experten
Die Entscheidung der DOJ-Führung, die Untersuchung vorzeitig zu beenden, überging damit den üblichen internen Prozess. Normalerweise erhalten Fachbeamte die Möglichkeit, ihre Einwände förmlich einzubringen, bevor eine abschließende Entscheidung getroffen wird. Im vorliegenden Fall wurde ihnen diese Gelegenheit nicht gewährt.
Als Begründung für die Entscheidung der Führungsebene wird ein zweistündiges Gespräch genannt, das Paramount-CEO David Ellison im vergangenen Monat mit Vertretern des Ministeriums geführt hatte. Die DOJ-Führung war der Ansicht, dass Ellison dabei viele der offenen Fragen der Mitarbeiter überzeugend beantwortet habe, so Personen, die mit den internen Überlegungen vertraut sind.
Verbindungen zu Trump-Umfeld rücken in den Fokus
David Ellison ist der Sohn von Larry Ellison, dem Mitgründer und Executive Chairman des Softwarekonzerns Oracle. Larry Ellison gilt als Verbündeter von US-Präsident Donald Trump. Diese Verbindung dürfte die Entscheidung des Justizministeriums in ein politisch sensibles Licht rücken – auch wenn ein direkter Zusammenhang aus den vorliegenden Informationen nicht hervorgeht.
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Zur AktienanalyseDer geplante Zusammenschluss von Paramount und Warner Bros. Discovery würde zwei der bekanntesten Filmstudios der Welt unter einem Dach vereinen. Paramount steht hinter Marken wie MTV, Nickelodeon und dem gleichnamigen Filmstudio, während Warner Bros. Discovery Franchises wie DC, HBO und CNN kontrolliert. Eine Fusion dieser Größenordnung hätte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Medien- und Entertainmentmarkt.
Für deutsche Anleger und Medienbeobachter ist der Fall aus mehreren Gründen relevant: Zum einen zeigt er, wie politische Netzwerke in den USA Einfluss auf Regulierungsentscheidungen nehmen können. Zum anderen verdeutlicht er den anhaltenden Konsolidierungsdruck im globalen Streamingmarkt, der auch europäische Anbieter unter Zugzwang setzt. Die Aktie von Warner Bros. Discovery (WBD) reagierte auf die Nachricht mit einem leichten Rückgang von 0,56 Prozent.


