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US-Justizministerium fordert Ablehnung von Richterin Eleanor Ross in Georgia

Das US-Justizministerium beantragt den Rückzug von Bundesrichterin Eleanor Ross wegen möglicher Befangenheit im Georgia-Wahlrechtsstreit.

US-Justizministerium fordert Ablehnung von Richterin Eleanor Ross in Georgia

Das US-Justizministerium hat am Freitag die georgische Bundesrichterin Eleanor Ross aufgefordert, sich von einem laufenden Verfahren über Wahlunterlagen zurückzuziehen. Hintergrund sind Medienberichte, die Ross als jene Richterin identifizieren, gegen die Disziplinarmaßnahmen verhängt wurden. Konkret geht es um ihre angebliche Teilnahme an einer Siegesfeier für den Wahlkampf einer Bezirksstaatsanwältin.

Das Justizministerium erklärte, sollte Ross tatsächlich diese Richterin sein, entstehe der „Anschein von Befangenheit". Die fragliche Siegesfeier im Mai 2024 galt Fani Willis, der Bezirksstaatsanwältin von Fulton County. Willis leitete die Strafverfolgung gegen Präsident Donald Trump wegen einer mutmaßlichen Verschwörung zur Annullierung seiner Wahlniederlage gegen den ehemaligen Präsidenten Joe Biden in Georgia im Jahr 2020.

Hintergrund: Worum geht es in dem Verfahren?

Das Justizministerium verklagt den georgischen Innenminister Brad Raffensberger, weil dieser sich weigert, Wahlunterlagen an das Ministerium zu übergeben. Dies geschieht im Rahmen einer Untersuchung zur Einhaltung des Bundeswahlrechts durch den Bundesstaat Georgia. Richterin Ross ist für dieses Verfahren zuständig – und genau das macht ihre mögliche Befangenheit zum zentralen Streitpunkt.

Wichtig: Das Justizministerium behauptet in seinem Antrag ausdrücklich nicht, Ross eigenständig als die disziplinarisch belangte Richterin identifiziert zu haben. Auch der Nachrichtensender CNBC konnte bisher nicht bestätigen, dass es sich bei der sanktionierten Richterin um Ross handelt. CNBC bat in dieser Woche zwei Mitarbeiter von Ross, die Richterin um eine Bestätigung gegenüber einem Reporter zu bitten – bislang ohne Ergebnis.

Die Disziplinarmaßnahmen im Detail

Die Disziplinarfeststellungen gegen die nicht namentlich genannte Richterin sind schwerwiegend. Laut den Unterlagen hatte diese in ihrem Amtszimmer außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einem hochrangigen Polizeibeamten, während Mitarbeiter in Hörweite waren. Zudem habe sie diese Vorwürfe zunächst fälschlicherweise bestritten, als sie damit konfrontiert wurde.

Das Berufungsgericht des elften Bezirks – zuständig für Bundesgerichte in Georgia, Florida und Alabama – verhängte Sanktionen gegen die anonyme Richterin, denen diese zustimmte. Die Sanktionen umfassten:

  • Die Anordnung, Entschuldigungsschreiben an sechs ehemalige Rechtsreferendare zu verfassen
  • Den Verzicht auf das Amt der Gerichtspräsidentin in ihrem Bundesbezirk
  • Das Verbot, in Ausschüssen der Justizkonferenz mitzuwirken

Verbindung zu Fani Willis und Fulton County

Ein weiterer Aspekt macht den Fall besonders brisant: Eleanor Ross ist eine ehemalige Staatsanwältin im Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft von Fulton County, wo sie von 1998 bis 2002 als leitende stellvertretende Bezirksstaatsanwältin tätig war. Diese frühere berufliche Verbindung zu genau jener Behörde, die Fani Willis heute leitet, verstärkt die Befangenheitsvorwürfe zusätzlich.

Darüber hinaus soll ein Foto von Willis' ehemaligem Partner Nathan Wade von der Vorwahl-Siegesfeier im Mai 2024 Ross im Hintergrund zeigen – mit einem Glas in der Hand, das wie ein Martiniglas aussieht. Das Justizministerium wies in seinem Befangenheitsantrag darauf hin, dass „verschiedene Medienberichte Richterin Ross als die betroffene Richterin identifiziert haben".

Ross ist seit 2014 Bundesrichterin, nachdem sie vom damaligen Präsidenten Barack Obama nominiert worden war. In seinem Schriftsatz betonte das Justizministerium, es habe „keine dokumentierte Entscheidung gefunden, die einen amtierenden Bundesrichter betrifft, der an einer Wahlparty zur Feier des Sieges eines Kandidaten für ein parteipolitisches Amt teilnimmt" – ein Hinweis darauf, wie außergewöhnlich der Vorgang aus Sicht der Behörde ist.

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