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US-Jury erklärt Ticketmaster und Live Nation für illegale Monopolisten

Eine New Yorker Jury verurteilte Live Nation wegen illegaler Monopolisierung des US-Markts für Live-Veranstaltungen – mit weitreichenden Folgen.

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US-Jury erklärt Ticketmaster und Live Nation für illegale Monopolisten

Eine New Yorker Jury hat am Mittwoch festgestellt, dass Ticketmaster und sein Mutterkonzern Live Nation die US-Märkte für Live-Veranstaltungen illegal monopolisiert haben. Das Urteil ist ein schwerer öffentlicher Tadel für den größten US-Konzertkartenverkäufer, der seit Jahren von Fans, Künstlern und Politikern scharf kritisiert wird. Zu den prominenten Kritikerinnen zählt auch Popstar Taylor Swift, deren Fans 2022 stundenlang in Online-Warteschlangen für Tickets ihrer „Eras"-Tour ausharren mussten.

Die Jury stellte konkret fest, dass Live Nation illegale Monopole auf dem Markt für Ticketing-Dienstleistungen für mehr als 200 große Konzertveranstaltungsorte sowie auf dem Markt für Dutzende großer Konzert-Amphitheater hält. Darüber hinaus habe das Unternehmen die Nutzung seiner Amphitheater unrechtmäßig davon abhängig gemacht, dass Künstler seine Promotion-Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das Gericht hat bislang noch keine Strafen festgelegt.

Reaktionen an der Börse

Die Finanzmärkte reagierten unmittelbar auf das Urteil. Die Aktien von Live Nation schlossen nach der Entscheidung mit einem Minus von 6,3 Prozent. Gleichzeitig profitierten die Wettbewerber: Die Papiere von Vivid Seats stiegen um 9,3 Prozent, jene von StubHub um 3,5 Prozent – Anleger setzen offenbar auf mehr Wettbewerbsspielraum im Ticketing-Markt.

Live Nation selbst schätzt den in diesem Fall geschuldeten Schadenersatz auf weniger als 350 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen erklärte in einer Mitteilung, man gehe davon aus, dass das Endergebnis „nicht wesentlich anders" ausfallen werde als der Vergleich, den es Mitte des Prozesses mit dem US-Justizministerium geschlossen hat. Für Vergleiche mit den Bundesstaaten hat das Unternehmen bereits 280 Millionen US-Dollar zurückgestellt.

Politischer Druck und juristische Vorgeschichte

Der Druck auf Live Nation hatte sich seit der Ticketmaster-Übernahme durch das Unternehmen im Jahr 2010 stetig aufgebaut. Das US-Justizministerium (DOJ) und eine Koalition von Bundesstaaten hatten das Unternehmen schließlich im Jahr 2024 verklagt. US-Bezirksrichter Arun Subramanian hatte vor dem Prozess bereits einige Ansprüche aus dem Verfahren gestrichen.

Das Justizministerium einigte sich im vergangenen Monat auf einen separaten Vergleich, der Ticketmaster verpflichtet, den Ticketverkauf an 13 Amphitheatern für andere Anbieter zu öffnen. Zudem wurde dem Unternehmen untersagt, Vergeltungsmaßnahmen gegen Veranstaltungsorte zu ergreifen, die Ticketmaster ablehnen. Einige Unternehmen und Gruppen aus der Unterhaltungsbranche kritisierten diese Vereinbarung jedoch als nicht weitreichend genug.

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James kommentierte das Urteil deutlich: „Eine Jury hat festgestellt, was wir schon lange wissen: Live Nation und Ticketmaster brechen das Gesetz und kosten die Verbraucher dabei Millionen von Dollar."

Weitreichende Konsequenzen möglich

Sollte das Urteil Bestand haben – Live Nation hat bereits mehrere rechtliche Schritte eingeleitet, die es untergraben könnten – stünden dem Unternehmen weitere Gerichtsverfahren bevor. Die Bundesstaaten werden voraussichtlich einen Verkauf von Ticketmaster erzwingen und Schadenersatz fordern wollen. Die Jury hatte festgestellt, dass das Verhalten von Live Nation zu überhöhten Preisen für die Fans geführt hat.

Parallel dazu hat die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) ein separates Verfahren gegen Ticketmaster eingeleitet. Die Behörde wirft dem Unternehmen täuschende Praktiken beim Ticket-Wiederverkauf vor. Das Urteil gilt zudem als bedeutender Sieg für die Bundesstaaten, die signalisiert haben, ihre kartellrechtliche Durchsetzung in Fällen zu verstärken, in denen sich das Justizministerium zurückgezogen hat.

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