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US-Jobmarkt bricht im Februar ein: 92.000 Stellen abgebaut

Der amerikanische Arbeitsmarkt überraschte mit einem unerwarteten Stellenabbau – Arbeitslosenquote steigt auf 4,4 Prozent.

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US-Jobmarkt bricht im Februar ein: 92.000 Stellen abgebaut

Der US-Arbeitsmarkt hat im Februar einen deutlichen Rückschlag erlitten. Die sogenannten Nonfarm Payrolls – die Zahl der außerlandwirtschaftlichen Beschäftigten – sank um 92.000 Stellen. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von rund 58.000 bis 59.000 Stellen gerechnet.

Das Bureau of Labor Statistics (BLS), die US-Behörde für Arbeitsstatistik, meldete zugleich, dass der Januar-Wert nach unten korrigiert wurde: Statt der ursprünglich gemeldeten 130.000 neuen Stellen waren es nur 126.000. Der Februar markiert damit den dritten Beschäftigungsrückgang innerhalb der letzten fünf Monate – nach einem Minus von 17.000 Stellen im Dezember.

Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,3 % im Januar auf nun 4,4 %. Ökonomen zeigen sich zwar besorgt, sehen aber erst bei einem Überschreiten der Marke von 4,5 % ernsthaften Handlungsbedarf. Die Erwerbsbeteiligungsquote fiel auf 62 % – den niedrigsten Stand seit Dezember 2021.

Streiks und Winterwetter als Hauptursachen

Für den überraschenden Rückgang werden mehrere Faktoren verantwortlich gemacht. Ein Streik von 31.000 Gesundheitsarbeitern bei Kaiser Permanente in Kalifornien und Hawaii fiel genau in die BLS-Erhebungswoche und kostete das Gesundheitswesen allein 28.000 Stellen – einem Sektor, der normalerweise als wichtigster Wachstumstreiber gilt. Extremes Winterwetter verstärkte den Effekt zusätzlich. Der Streik ist inzwischen beendet.

Auch strukturelle Faktoren spielen eine Rolle: Die Einwanderungsbeschränkungen der Trump-Administration reduzierten das Arbeitskräfteangebot spürbar. Zudem belastet die Unsicherheit rund um die umfangreichen US-Zollpolitik die Wirtschaft – obwohl der Oberste Gerichtshof ursprüngliche Importzölle kassierte, führte Präsident Trump einen globalen Zoll von 10 % ein, der auf 15 % steigen soll.

Stellenabbau quer durch die Branchen

Der Rückgang traf mehrere Sektoren gleichzeitig:

  • Informationstechnologie: -11.000 Stellen (Teil eines 12-monatigen Trends mit durchschnittlich -5.000 Stellen/Monat, teils KI-bedingt)
  • Verarbeitendes Gewerbe: -12.000 Stellen, trotz Zöllen, die eigentlich Rückverlagerungen fördern sollten
  • Bundesbeschäftigung: -10.000 Stellen; seit Oktober 2024 wurden unter Trump insgesamt 330.000 Bundesstellen abgebaut, entspricht 11 % der Bundesbelegschaft
  • Soziale Unterstützung: +9.000 Stellen als einziger nennenswerter Lichtblick

Die Haushaltsbefragung zeichnete ein noch düstereres Bild: Die Zahl der Erwerbstätigen sank demnach um 185.000, während die Zahl der Arbeitslosen um 203.000 stieg.

Löhne steigen – Zinssenkung rückt näher

Trotz der schwachen Beschäftigungsdaten legten die Löhne stärker als erwartet zu. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,4 % gegenüber dem Vormonat und um 3,8 % im Jahresvergleich – jeweils 0,1 Prozentpunkte über den Prognosen. Das könnte die Inflationsbekämpfung der US-Notenbank Fed erschweren.

Fed-Gouverneur Christopher Waller signalisierte, dass ein schwacher Arbeitsmarkt die Geldpolitik beeinflussen könnte. Die Fed hält ihren nächsten Zinsentscheid am 17. und 18. März ab und dürfte den Leitzins im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % belassen. Zusätzlicher Inflationsdruck droht durch den Nahostkonflikt: Seit US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen auf den Iran sind die Benzinpreise um mehr als 20 Cent pro Gallone gestiegen.

Die US-Aktienfutures reagierten am Freitagmorgen mit deutlichen Verlusten auf die Daten. Dow E-minis lagen um 0,74 % im Minus, S&P 500 E-minis um 0,77 % und Nasdaq 100 E-minis um 0,97 %. Investoren preisen offenbar eine baldige Zinssenkung ein – die schwachen Arbeitsmarktdaten erhöhen den Druck auf die Fed.

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